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36 befahlen, und die alle nach und nach in den roͤmiſchkatholi⸗ ſchen Glauben aufgenommen wurden, obſchon ſie dem Evan⸗ gelium widerſtritten.
Allein die wichtigſte Neuerung, und die, wodurch die Prieſter ſich am meiſten Geld erwarben, war die Lehre, daß die Kirche, ober mit andern Worten der Prieſter, die Macht
beſitze, diejenig en Suͤnden, welche ihm gebeichtet wurden, zu
vergeben, wenn der Schuldige der von dem Prieſter ihm auf⸗ erlegten Buſſe ſich unterwarf. Jedermann war daher genoͤ⸗ thigt, einem Prieſter zu beichten, wenn er die Vergebung ſei⸗
ner Suͤnden wuͤnſchte, und der Prieſter befahl mehr oder
minder ſtrenge Buſſen, je nach den Umſtaͤnden des Vergehens. Allein im Allgemeinen konnten dieſe Buſſen erlaſſen werden, wofern der Kirche eine entſprechende Geldſumme bezahlt wur⸗ e, die auf dieſe Art eine fortwaͤhrende und hoͤchſt ergiebige Quelte des Einkommens beſaß. Dieſes Einkommen wurde durch den Glauben an das Fegfeller nicht wenig vergroͤßert. Die Schrift berechtigt uns durchaus nicht zu dem Glau⸗ ben an das Daſeyn eines Mittelſtandes zwiſchen dem der Glückſeligkeit, den wir den Himmel nennen, und in den die guten Minſchen unmittelbar nach ihrem Tode verſetzt werden, oder zwiſchen dem der Hoͤlle, welches der Ort ewiger Beſtra⸗ küng iſt, und in den die Abtilüfen mit dem Teufel und ſei⸗ nen Engeln eingeſperrt wurden. Allein die katholiſchen Prie⸗ ſter erſannen einen Mittelzuſtand, den ſie das Fegfeuer nann⸗ ten. Sie nahmen an, viele ober in der That die meiſten Leu⸗ te ſeyen nicht ſo fromm, da 5 ſe eine augenblickliche Zulaſ⸗ ſung in einen Zuſtand ewiger Gluckſeligkeit verdienen; aber auch nicht ſo gottlos, daß ſie eine augenblickliche und ewige Verdammung verdienen. Zum Beſten dieſer erfanden ſie das Fegfeuer, einen Ort der Beſtrafung, in den faſt jeder, der


