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Zweites Kapitel.
Charakter Jacobs V.— Sein Feldzug zur Beſtrafung der Freibeuter der Gränze.— Seine Abenteuer während er in Verkleidungen reiste.—
Ländlicher Jagdpalaſt in Athole.— Errichtung des Gerechtigkeits⸗ Kollegiums.— Goldbergwerke in Schottland.— Aufmunterung der Gelehrſamkeit.
Befreit von der ſtrengen Aufſicht der Familie Douglas ſieng Jacob V. jetzt an, das Reich perſoͤnlich zu verwalten, und legte viele Eigenſchaften eines klugen und guten Fuͤrſten an den Tag. Er war huͤhſch von Perſon, und glich ſeinem
Vater in der Liebe kriegeriſcher Uebungen, und dem Geiſte⸗
ritterlicher hre⸗ den Jacob WV. ſo gerne zeigte. Er erbte auch ſei nes T Paters Gerechtigkeitsliebe, und ſeinen Wunſch, weiſe und gerechte(teſetze zur Beſchuͤtzung des Schwachen ge⸗ gen die Unterdruͤckung des Großen einzufuͤhren. Es war leicht, Geſetze zu geben, allein weit ſchwieriger, ſie kraͤftig
vollziehen zu laſſen, und bei ſeinen Bemihungen, dieſen loͤb⸗
lichen Zweck zu erreichen, zog er ſich oft die Feindſchaft der maͤchtisſeen Adeligen zu. Er war ein gut erzogener und ge⸗ bildeter Mann, und gleich ſeinem Ahnherrn, Jacob 1., Dich⸗ ter und Tonkenßler. Er hatte jedoch ſeine Fehler. Er ver⸗ mied die Verſchwendung ſeines Naters, da er keine aufge⸗ haͤuften Schaͤtze an Pracht und Gepraͤnge zu verwenden hat⸗ te; allein, er fiel durch eine ubertriebene Sparſamkeit in den entgegengeſetzten Febler, und obſchon er ein Freund von
Pracht und Glonz war, ſo ſuchte er doch dieſen Geſchmack
ſo ſparſam als moelir zu befriedigen, ſo daß er als zu karg und habſuͤchtig getadelt worden iſt. Er war auch, obſchon dieſe Schwaͤchen unvertraͤglich ſcheinen⸗ vergnuͤgungsſuͤchtig
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