16. mit dem Unterſchiede, daß, da ſie nie ſo hoch geſtiegen wa⸗ ren, ſie auch nicht ſo unrettbar tief ſielen; denn der Graf
von Angus kehrte nach Schottland zuruͤck, und gelangte wie⸗ der zum⸗Beſitze ſeiner Laͤndereien in Schottland, wo er eine ausgezeichnete Rolle ſpielte. Allein dieß geſchah nach dem Tode Jakobs V., der, waͤhrend ſeines ganzen Lebens, einen unverſoͤhnlichen Groll gegen die Douglas hegte, und ſo lange er Jebte, keinem dieſes Namens erlaubte, ſich in Schottland niederzulaſſen..
Jakob beharrte auf dieſem Entſchluſſe, ſelbſt unter Um⸗ kaͤnden, welche ſeinen unerbittlichen Groll ungroßmuͤthig machten. Archibald Douglas von Kilſpindie, der Oheim des Grafen von Angus, war ein perſoͤnlicher Guͤnſtling des Königs vor der Ungnade ſeiner Familie geweſen. Er war bei Jakob wegen ſeiner großen Staͤrke, ſeines maͤnnlichen Aus⸗ ſehens und ſeiner Geſchicklichkeit in jeder Art kriegeriſcher Uebungen ſo beliebt, daß er ihn ſeinen Grayſteil, nach dem Namen eines Kampſhelden in einer damals allgemein bekann⸗ ten Romanze, zu nennen pflegte. Archtbald, der nunmehr ein alter Mann und ſeiner Verbannung in England muͤde war, beſchloß die Gnade des Koͤniss zu verſuchen. Er glaubte, da ſie fruͤher ſo gut bekannnt geweſen ſeyen, und
er Jasob nie perſoͤnlich beleidigt habe, ſo werde er ihrer al⸗
ten Vertraulichkeit wegen Gnade finden. Er warf ſich da⸗ her dem Koͤnig eines Tags, als er von einer Jagd in dem
Barke zu Stirling zuruͤckkehrte in den Weg. Jakob hatte
ihn ſchon viele Jahre nicht mehr geſehen, allein er erkannte
ihn in einer großen Entfernung an ſeinem feſten und ſtattli⸗ chen Schritte, und ſagte:„dort iſt mein Grayſteil, Archi⸗ hald von Kilſgindie.“ Als ſie aber einander nahe kamen,
. ſellte


