126 ſchmerzt mich, Euch ſagen zu muͤſſen, daß mein koͤnig⸗ licher Bruder meint, es wuͤrde fuͤr die Ehre der koͤ⸗ niglichen Familie das Beſte ſeyn, wenn Ihr Euch ent⸗ ſchloͤßet, eine Zeitlang getrennt in des Großconnétab⸗ le's Haus zu wohnen und den edlen Grafen hier als Euren hauptſaͤchlichſten wo nicht einzigen Geſellſchaf⸗ ter anzunehmen, bis die aͤrgerlichen Geruͤchte, die eben verbreitet werden, widerlegt oder vergeſſen ſind.“
„Wie iſt das, Mylord von Errol?« fragte der Prinz erſtaunt;„ſoll Euer Haus mein Kerker ſeyn und Eure Herrlichkeit mein Kerkermeiſter 2
„Da ſeyen die Heiligen vor, Mylord,“ ſagte Graf Errol,„aber es iſt meine unglückſelige Pflicht, den Be⸗ fehlen Eures Vaters gemäß Eure königliche Hoheit auf einige Zeit unter meiner Obhut zu ſehen.“
„Der Prinz— der Erbe von Schottland, unter der Obhut des Großconnétable's? Aus welchem Grund 2 Iſt das giftige Geſchwätz eines überwieſenen Verbrechers ſtark genug, mein königliches Wappen zu beflecken?“
„Ehe ſolche Beſchuldigungen widerlegt und geläugnet ſind, mein Neffe,“ entgegnete Albany,„werden ſie den Schild eines Königs entehren.*
„Geläugnet, Mylord!“ rief der Prinz aus,„von wem ſind ſie denn verſichert, als von einem Elenden,
der nach ſeinem eignen Geſtändniß zu ehrlos iſt, als daß man ihm einen Augenblcek nur glaubeu ſollte, wenn
er auch den Ruf eines Bettlers nicht eines Fürſten anklagte?— Bringt ihn her— laßt ihn die Folter ſehn, Ihr werdet bald hören, wieer die Verläumdung zurück nimmt, die er auszuſtoßen wagte.“
„Der Galgen hat zu ſicher gewirkt, um Bonthron noch für die Folter empfindlich zu laſſen,“ ſagte der Herzog von Albany.„Er wurde vor einer Stunde hingerichtet.“
„Und wozu dieſe Eile, Mylord,« fragte Rothſay, „das ſieht ganz aus, als waͤre es abſichtlich, um mei⸗ nen Namen zu beflecken?«
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