125 3 reicht hatte. Er wollte eben, das Vorrecht ſeines Rauges und ſeiner Geburt gebranchend, in das koͤnig⸗ liche Gemach treten, als Mac Louis, der Kommandeur der Brandanenwache, ihm in den ehrerbietigſten Aus⸗ drücken meldete, er habe ſcharfe Ordre, ihn nicht ein⸗ zulaſſen.
„So geht wenigſtens, Mac Louis, und ſagt ihnen, daß ich ihre Befehle erwarte,« entgegnete der Prinz. „Wenn mein Oheim die Macht ſucht, das Gemach des Vaters vor dem Sohn zu verſchließen, ſo wird es ihm angenehm ſeyn, zu wiſſen, daß ich wie ein Lakai im Vorſaat ſtehe.“««
„Mit gnädiger Erlaubniß,“ ſagte Mac Louis nach einigem Bedenken, wenn Eure Hoheit nur eine Weile warten wollte, ſo will ich euch ſogleich bekannt machen, wenn der Herzog von Albany geht; und ich zweifle nicht, Seine Majeſtaͤt wird dann Eure Guaden vor⸗ laſen. Aher jetzt muß mir Eure Hoheit verzeihen —es iſt unmöͤglich, daß Ihr hineingehr.“
„Ich verſtehe Euch, Mac Louis, aber geht doch und vollzieht meinen Befehl.«
Der Offizier ging und kam mit der Nachricht zu⸗ ruͤck,„der Koͤnig ſey unwohl und im Begriff, ſich in ſein Cabinet zuruͤckzuziehen; aber der Herzog von Albany wuͤrde ſogleich dem Prinzen von Schottland aufwarten.“
Es dauerte jedoch eine volle halbe Stunde, eh der Herzog von Albanv erſchien— eine Zeit, die Roth⸗ ſay theils in truͤbem Stillſchweigen, theils in froͤhli⸗ chem Geplauder mit Mar Lonis und den Brandanen zubrachte, je nach dem der Leichtſinn oder die Reizbar⸗ keit ſeiner Natur die Oberhand gewann.
Endlich kam der Herzog und mit ihm der Lord Groß⸗ connstabie, deſſen Miene Schmerz und Verlegenheit ausdruͤckte. 8
vieber Vetter,«ſagte der Herzog von Albany,„es


