Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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Die Sitte iſt allgemein der beſiegte Verbrecher wird aus den Schranken der Kampfprobe gleich zum Galgen geſchleppt. Und doch, guter Vetter, fuhr der Herzog fort,haͤttet Ihr die Beſchuldigung keck und beſtimmt gelaͤugnet, ſo haͤtte ich fuͤr noͤthig erach⸗ tet, den Elenden noch laͤnger leben zu laſſen, um wei⸗ ter zu unterſuchen, aber da Eure Hoheit ſchwieg, hielt ich's fuͤr das Beſte, die Laͤſterung in dem Athem deſ⸗ ſen zu erſticken, der ſie ausſtieß.

Heilige Maria, Mylord, das iſt zu beleidigend! Glaubt Ihr, mein Oheim und Verwandter, mich einer ſo elenden, nichtswuͤrdigen That faͤhig, wie der Schurke bekannt hat 2«

Es ſchickt ſich nicht fuͤr mich, mit Eurer Hoheit zu ſtreiten, ſonſt wuͤrde ich fragen, ob Ihr auch den kaum minder unwuͤrdigen, wenn auch nicht ſo blutigen An⸗ griff auf das Haus in Eurfewſtreet zu laͤugnen denkt? Zuͤrnt nicht über mich, Vetter, aber in der That Eure freiwillige Entfernung vom Hof auf kurze Zeit, wenn auch nur, ſo lang der Koͤnig in dieſer Stadt bleibt, iſt eine unerlaͤßliche Forderung. 4 3

Rothſay ſchwieg, als er dieſe Bemerkung vernahm, ber er ſah den Herzog auf eigne Weiſe an und erwie⸗ erte:

»Oheim, Ihr ſeyd ein guter Jäger, Ihr habt Eure Netze mit vieler Kunſt geſtellt, aber es wäre doch vel⸗ debens geweſen, wenn der Hirſch nicht ſelbſt freiwillig hineingerannt wäre. Gott ſey mit Euch und möget Ihr den Nutzen davon haben, den Eure Maasregeln verdienen. Sagt meinem Vater, ich gehorche ihm. Mylord Großconnétable, ich erwarte Euren Befehl, um Ench in Eure Wohnung zu begleiten. Da ich ein⸗ mal in Verwahrung ſeyn muß, hätte ich keinen freund⸗ lichern und artigern Hüter erhalten können.

Da das Geſpräch zwiſchen dem Oheim und Neffen ſo

zu Ende war, ging der Prinz mit dem Grafen von Er⸗