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Dwining war genöthigt, in das Haus zu treten.
Aber er wurde überraſcht, als im Augenblick, da er über die Schwelle ging, die Weiber, die mit dem Leich⸗ nam beſchäftigt waren, ihrenu Geſang unterbrachen und eine zu den andern ſagte:
„Um Gotteswillen, wer iſt hereingekommen?— das war ein großer Blutstropfen!« 1
„Nein,“ ſagte eine andere Stimme,„es iſt ein Tro⸗ pfen von dem Balſam.“
„»Rein, Gevatterin, es war Blut— ich frage noch einmal, wer iſt eben ins Haus getreten 2
Hierauf ſah eine aus dem Gemach nach dem kleinen Eingang heraus, wo Dwining, unter dem Vorwand, die Treppe, auf der er in dem obern Theil des Klage⸗ hauſes hinaufſteigen ſollte, nicht deutlich zu ſehen, ſei⸗ nen Schritt abſichtlich verzögerte, durch das, was er bin den Geſpräch gehört hatte, aus der Faſſung ge⸗
racht.
Es iſt nur unſer würdiger Meiſter Henbane Dwi⸗ ning,“ antwortete eine der Sibyllen.
„Nur Meiſter Dwining?“ ſagte die andere, welche zuerſt geſprochen hatte,„ unſer beſter Helfer in der Noth? dann muß es freilich Balſam geweſen ſeyn.“
„Nein“«— war die Antwort,„es war doch Blut— denn der Arzt wißt Ihr, mußte, als der Leichnam ge⸗ funden wurde, auf Befehl der Obrigkeit die Wunde mit ſeinen Werkzeugen unterſuchen und wie konnte der arme Leichnam wiſſen, daß das in guter Abſicht ge⸗ ſchah?«
„Ja, freilich, Gevatterin und da der gute Olivier oft Freunde für Feinde hielt, ſo lange er lebte, kann ſich ſein Urtheil nicht wohl verbeſſert haben.“
Dwining hörte nichts weiter, da er nun genöthigt war, die Treppe hinauf in eine Art von Dachſtube zu ſteigen, wo Magdalene auf ihrem verwittweten Bette ſitzend, ein Kind an die Bruſt drückte, das, bereits


