108 Schluͤſſel ſeiner verborgenen Schatzkammer und ging, um ſeine Kranken zu beſuchen; er wich jedem aus dem Fuß⸗ weg, dem er begenete, er verbeugte ſich und zog die Muͤtze vor dem aͤrmſten Buͤrger, der eine kleine Bude beſaß, ja vor den Handwerkern, die ihr taͤgliches Brod durch harte Handarbeit verdienten.«
„Tropfen! dachte er, wenn er ihnen ſeine Ehrerbie⸗ tung bezeugte,„niederträchtige, dumme Handwerker! wüßtet Ihr, was dieſer Schlüſſel öffnen kann, welches ſchlechte Wetter vom Himmel würde Euch hindern, die Mütze abzunehmen? welcher ſchmutzige Schweinſtall in Eurem elenden Dörfchen wäre eckelhaft genug, daß Ihr Euch beſinnet, vor dem Beſitze ſolchen Reichthums nie⸗ derzufallen und anzubeten? Aber ich will Euch meine Macht fühlen laſſen, wenn es mir gleich gefällt, ſie zu verbergen. Ich will ein Zauberteufel Eurer Stadt ſeyn, weil Ihr mich nicht zur Obrigkeit gewählt habt. Wie der Alp will ich auf Euch liegen und doch⸗ unſicht bar
bleiben.— Auch dieſer elende Ramorny, der, weil ex
eine Hand verloren hat, wie ein elender Handwerker,
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um den einzigen ſchätzharen Theil feines Leibes gekom⸗ 4
men iſt, er häuft beleidigende Reden auf mich, wenn irgend etwas, das er ſagen kann, im Stand iſt, einen ſo ſteten Geiſt, wie der Meinige, zu erhitzen! Aber während er mich einen Schurken, Elenden und Sclaven neunt, handelt er ſo klug, als wollte er ſich damit er⸗ luſtigen, mir Haare aus dem Kopf zu ziehen, während meine Hand ſeine Herzfieber feſthält. Jede Beleidi⸗ gung kann ich augenblicklich mit Körperſchmerz oder Geiſtesqual bezahlen— und— hi hi hi!— ich häufe keine große Rechnung bei ſeiner Herrlichkeit, das muß ich ſagen.“
Während der Apotheker ſo ſeinen keufliſchen Gedan⸗
ken nachhing und nach ſeiner Weiſe durch die Straße
ſtimmen.—
kroch, hörte er hinter ſich ein Geſchrei von Weiber⸗


