Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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106 Arzneikünſtler, der ſelbſt, wenn er beleidigte, noch zu ſchmeicheln ſchien; waͤhrend er im Innern der Seele ſich uberlegener Einſicht bewußt war einen Vorzug der Kenntniß und des Verſtandes der die rohen Ed⸗ len ſeiner Zeit tief unter ihn ſtellte. So wohl war Henbane Rwining dieſe hoͤhere Stellung bekannt, daß er oft, wie einer, der wilde Thuͤre haͤlt, zu ſeinem Vergnuͤgen den ſtuͤrmiſchen Zorn eines Mannes wie Ramorny zu erregen wagte, wohl wiſſend, daß er mit ſeiner Unterwuͤrfigkeit, dem Sturm entgehen wuͤrde, den er erregt hatte, wie ein indianiſcher Knabe ſeinen leichten Kahn,, den ſeine Zerbrechlichkeit ſelbſt ſchuͤtzt, in die wilde Brandung treibt, in der das Boot eines Kauffahrers ſicher ſcheitern wuͤrde. Daß der Lehens⸗ baron den niedern Arzneikuͤnſtler verachtete, war na⸗ tuͤrlich; aber Ramorny fuͤhlte nichts deſto weniger den Einfluß, den Dwining auf ihn hatte und wurde im Kampf des Verſtandes oft von ihm beſiegt, wie die wildeſten Spruͤnge eines feurigen Roſſes von einem zwoͤlflaͤhrigen Knaben uͤberwunden werden, der das Reiten gelernt hat. Die Verachtung Dwinings gegen Ramorny hingegen, war weit weniger eingeſchraͤnkt. Er brachte den Ritter in Vergleich mit ſich als einen, der ſich kaum uͤber das Thier erhob, der zwar im Stande ſey, zu verderben, wie der Stier mit den Hoͤrnern, der Wolf mit den Zaͤhnen, aber von gemei⸗ nen Vorurtheilen unterjocht, ein Sclave der Pfaͤfferei⸗ ein Ausdruck, in den Dwining alles Religioͤſe mit ein⸗ ſchloß. Im Ganzen glaubte er, Ramorny ſey vor der Natur zu ſeinem Knecht beſtimmt, um nach dem Gold zu graben, das er anbetete und deſſen habfuͤchtige Verehrung ſein groͤßter Fehler, aber nicht ſein ſchlimm⸗ ſtes Laſter war. Er vertheidigte dieſe ſchmaͤhliche Nei⸗ gung vor ſich ſelber dadurch, daß er ſich uͤberredete, ſie habe ihre Quelle in der Liebe zur Macht.

Henbane Dewining, ſagte er, wenn er, mit Ver⸗