104 mein Laboratorium ſähe, ſo könnte ich Euch Köpfe und Hände, Füße und Lungen zeigen, von denen man glaubt, ſie ſeyen längſt im Sarg verfault. Den Schä⸗ del von Wallace, von der Londoner Brücke geſtohlen, das Herz von Sir Simon Fraſer, der niemand fürch⸗ tete, den lieblichen Kopf der ſchönen Johanne Logie. O, hätte ich nur das Glück gehabt, die ritterliche Hand meines verehrten Patrons zu retten!“
„»Fort, Sclave! willſt du mir mit deinem Verzeich⸗
niß von Schaudern Eckel erregen?— Sage mir gleich, was du damit willſt. Wie kann dein Handel mit dem Galgenhund dazu beitragen, mir zu dienen, oder mei⸗ nem Diener Bonthron zu helfen 2 1 „Nun, ich empfehle Eurer Herrlichkeit das Mittel nur für den äußerſten Nothfall,“ entgegnete Dwining. „Aber wir wollen den Kampf vorbei und unſern Hahn geſchlagen denken. Nun müſſen wir ihm zuerſt die Ge⸗ wißheit beibringen, daß wir ihn, wenn er auch nicht im Stand iſt, zu gewinnen wenigſtens vom Henker ret⸗ ten, vorausgeſetzt, daß er nichts gegen die Ehre Eurer Herrlichkeit bekennt.“
„Ha!— ja, da fällt mir etwas ein,“ fagte Ramorny, „wir können mehr thun, als das— wir können Bonthron ein Wort in den Mund legen, das für den, welchen ich als Urfache meines Unglücks verfluchen muß, beunruhigend genng ſeyn wird. Laß uns zum Stall des Hundes gehn und ihm erklären, was für jeden Fall zu thun iſt. Können wir ihn überreden, dem Sargrecht zu ſtehen, ſo iſt das ein bloßer Popanz und wir ſind ſicher. Nimmt er den Kampf an, der Kerl iſt wild, wie ein gehetzter Bär, ſo wird er vielleicht ſeinen Geg⸗ ner überwältigen; dann ſind wir mehr als ſicher— wir ſind gerächt. Unterliegt Bonthron ſelbſt, ſo führen wir deinen Plan aus, und machſt du es gut, ſo geben wir ihm an was er zu beichten hat, nehmen den Vor⸗ theil davon, den ich dir nachher erklären werde, und


