Einundzwanzigſtes Kapitel.
Als nach einer Mahlzeit, deren Verlängerung für den verwundeten Ritter Folterqual war, der Graf von Crawford endlich zu Roſſe ſtieg, um nach ſeiner ent⸗ fernten Wohnung im Schloß Dupplin, wo er als Gaſt wohnte, ſich zu begeben, zog ſich der Ritter von Ra⸗ moruy, von Körperſchmerzen und Seelenangſt gequält, in ſein Schlafgemach zurück. Hier fand er Heubane Dwining, von dem er hart genug in beiden Rückſichten Troſt hoffen mußte. Der Arzt hoffte in ſeiner ange⸗ nommenen tiefen Demuth, ſeinen gereizten Kranken luſtig und glücklich zu ſehen.
„Luſtig, wie ein toller Hund,“ ſagte Ramorny,„und glücklich, wie der Elende, den die Beſtie gebiſſen hat und der das Nahen der wüthenden Raſerei fühlt. Der rohe Knabe ſah meinen Schmerz und erſparte mir kei⸗ nen einzigen Trunk. Ich müſſe ihm ſein Recht thun; zum Teufel! wenn ich ihm und der Welt ihr Recht gethan hätte, ſo hätt; ich ihn aus dem Fenſter gewor⸗ fen und eine Laufbahn abgekürzt, die, wenn er fort⸗ fährt, wie er anfängt, für ganz Schottland, beſonders aber für die Taygegend eine Quelle des Elends werden wird.— Nimm dich in Acht, Wundarzt, wenn du die Bänder abnimmſt, die Berührung eines Mückenflügels e4 dirſm rohen glühenden Stumpf wäre mir ein Dolch⸗
ich.
„Fürchtet nichts, edler Patron,“ ſagte Dwining mit einem gluchzenden Lachen der Freude, das er umſonſt unter dem angenommenen Ton der Empfindſamkeit zu verbergen ſuchte.„Wir wollen friſchen Balſam auf⸗


