Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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„Das wäre ein guter Rath, mein Fürſt, aber der meinige ging ein wenig— ein klein wenig— weiter. Ich wünſchte. daß der Prinz ſelbſt auf kurze Zeit vom Hof entferut würde.“

„Wie, Albany? von meinem Kind, meinem Erſtge⸗ bornen ſcheiden, dem Licht meiner Augen und— ſo leichtſinnig er ni iſt, dem Liebling meines Herzens! — O! Robin! ich kann nicht und will nicht.“

„Nein, ich wollte nur einen Vorſchlag machen, My⸗ lord— ich fühle die Wunde, die eine ſolche Maßregel dem Vaterherzen ſchlagen muß, denn bin ich denn nicht ſelbſt Vater?“ Mit dieſen Worten ließ er, wie in hoff⸗ nungsvoller Verzweiflung, das Haupt ſinken..

„Ich könnte es nicht überleben, Albany. Wenn ich bedenke, daß ſelbſt nunſed eigener Einfluß auf ihn, der, wenn auch zuweilen in unſerer Abweſenheit vergeſſen, doch immer wirkt, wenn er bei uns iſt, durch Euren Plau ganz abgeſchnitten iſt, in welche Gefahren würde er da ſtürzen? Ich könnte in ſeiner Abweſenheit nicht ſchla⸗ fen— 193 würde in jedem Windhauch ſeinen Todes⸗ ſeufzer hören und Ihr, Albany, würdet, wenn Ihr es auch beſſer verbergt, faſt eben ſo ängſtlich ſeyn.“

So ſprach der gutwillige Monarch, um ſeinen Bru⸗ der zu verſöhnen und ſich ſelbſt damit zu täuſchen, daß er eine Liebe zwiſchen dem Oheim und Neffen, von der keine Spur vorhanden war, als wirklich annahm.

„Eure väterliche Furcht iſt zu leicht aufgeſchreckt, Mylord,“ ſagte Alband,„ich ſchlage nicht vor, des Prin⸗ zen Bewegungen ſeiner eigenen wilden Luſt zu überlaſſen. Ich meine, der Prinz ſollte auf kurze Zeit unter einen anſtändigen Zwang geſtellt werden— man ſollte ihn einem ernſten Rath zur Aufſicht geben, der für ſein Benehmen und ſeine Sicherheit verantwortlich wäre, wie ein Hofmeiſter für dei Zögling.«

„Wie! ein Hofmeiſter? und in Rothſays Alter? rief der König aus,„er iſt zwei Jahre über die Zeit, die unſere Geſetze bis zur Mündigkeit vorſchreiben.“