Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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„Die weiſeren Römer,“ ſagte Albany,„ließen ſie vier Jahre ſpäter eintreten, als wir und für den gemeinen Verſtand ſollte die Einſchränkung dauern, bis ſie nicht mehr nöthig wäre und ſo die Zeit nach dem Charakter verſchieden ſeyn. Da iſt der junge Lindſay, Graf von Crawford, der, wie man ſagt, Ramorny bei dieſer Aus⸗ forderung unterſtützt,— er iſt fünfzehn Jahre alt mit den tiefen Leidenſchaften und der entſchloſſenen Feſtig⸗ keit eines Mannes von dreißig; während mein könig⸗ licher Neffe, bei liebenswürdigeren und edleren Eigen⸗ ſchaften des Verſtandes und Herzens zuweilen im drei und zwanzigſten die üppigen Launen eines Knaben zeigt, gegen den der Zwang nur Güte iſt.— Und ſeyd nicht kraurig, mein Fürſt, daß es ſo iſt, oder zornig, daß Euer Bruder die Wahrheit ſagt, denn die beſten Früchte reifen am langſamſten, und die beſten Roſſe machen dem Bereiter am meiſten zu ſchaffen, der ſie zum Schlacht⸗ feld oder für die Schranken erzieht.“.

Der Herzog ſchwieg und nachdem er den König et⸗ liche Minuten einer Träumerei ſich hatte hingeben laſ⸗ ſen, die er nicht zu unterbrechen verſuchte, fuhr er in lebhaftem Tone fort:„Aber beruhigt Euch doch; der Streit kann vielleicht ohne weiteres Gefecht und ohne Schwierigkeit ausgemacht werden. Die Wittwe iſt arm, denn ihr Gatte war, ſo viel er auch arbeitete, eitel und verſchwenderiſch. Die Sache läßt ſich daher viel⸗ leicht mit Geld abmachen, wenn man Ramorny ein assythment*) von ſeinen Gütern zahlen laßt.“

„Nein, das wollen wir ſelbſt beſorgen,“ ſagte König Robert, der die Hoffnung, dieſen unangenehmen Streit in Frieden zu enden, eifrig ergriff,„Ramorny's Aus⸗ ſichten werden durch ſeine Verbannung vom Hof und

*) Eine Geldbuße fuͤr vergoßnes Blut, die man den naͤchſten Verwandten des Ermordeten zahlte. Anm. d. Ker.