Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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„Ja, ich weiß, du meinſt es gut,“ ſagte der König, „aber ſtatt mich durch Vorſtellung unvermeidlichen Un⸗ heils zu zerreißen, wäre es nicht freundlicher, mir einen Weg zu zeigen, um ihnen entgehen zu können?“

„Ja, mein Fürſt; aber da der einzige Pfad, auf dem Ihr hinauskommen könnt, rauh und ſchwierig iſt, ſo muß Euer Gnaden zuerſt von der Nothwendigkeit über⸗ zeugt ſeyn, ihn zu betreten, ehe Ihr ihn beſchreiben hört. Der Wundarzt muß ſeinen Kranken zuerſt von dem unheilbaren Zuſtand eines zerſchmetterten Gliedes überweiſen, ehe er vom Wegſchneiden ſprechen darf, was doch das einzige Mittel iſt.“

Robert fiel bei dieſen Worten in einen Grad von Schrecken und Unwillen, den ſein Bruder bei ihm nicht für möglich gehalten hatte.

„Zerſchmettertes, abgeſtorbenes Glied! Mylord von Albany? Wegſchuneiden das einzige Mittel!— das ſind unverſtändliche Worte, Mylord!— Wenn du ſie auf unſern Sohn Rothſay anwendeſt, ſo mußt du ſie bis auf den Buchſtaben rechtfertigen, oder du ſollſt bittere Urſache haben, die Folgen zu bereuen.“

„Ihr verſteht mich zu buchſtäblich, mein königlicher Herr,“ antwortete Albany,„ich ſprach nicht von dem Prinzen in ſo ungeziemenden Ausdrücken; denn ich rufe den Himmel zum Zeugen, daß er mir als Sohn meines vielgeliebten Bruders theurer iſt, als wäre er mein eigener. Aber ich ſprach davon, ihn von den Thorheiten und Eitelkeiten des Lebens zu trennen, welche die hei⸗ ligen Männer den abgeſtorbenen Gliedern vergleichen und die man, wie jene, als Dinge, die unſer beſſeres Fortſchreiten hindern, abſchneiden und wegwerfen muß.“

„Ich verſtehe— du willſt dieſen Ramorny, den man für das Werkzeug der Thorheiten meines Sohnes hält, vom Hofe verbannt wiſſen,“ ſagte der wieder etwas beruhigte Monarch,„bis das unſelige Aergerniß ver⸗ geſſen iſt und unſere Unterthanen unſern Sohn mit andern und zutrauensvollen Augen anſehen,“