88% noch, daß Olivier ſein Freund und Bekannter war, ein Mann, den er ſo ſehr liebte und ehrte, als er fähig
.
war, ſolche Gefühle gegen einen Mann zu hegen; und
beſonders dachte er daran, daß viel Grund für den Verdacht vorhanden ſey, der Ermordete ſey als Opfer eines für Heinrich beſtimmten Streiches gefallen. Es war daher eine Lebhaftigkeit, die er etliche Mi⸗ unten früher kaum in ſeiner Gewalt hate und die ein trauriges Vergnügen auszudrücken ſchien,(mit der er ſeine Lippen auf die kalte Stirne der unglücklichen Mag⸗ dalene drückte und erwiederte:
„Ich, Heinxich Smith, wohnend im Wynd von Perkh,
guker und treuer Mann und frei geboxen, uehme das
Amt eines Kämpen dieſer Wittwe Magdalene und die⸗
ſer Waiſen an, und will in ihrer Sache bis zum Tode kämpfen mit jedem Manne meines Standes und zwar ſo lang ich athme. So helfe mir in meiner Noth Gott und der gute St. Johann!“ 1 Bei dieſen Worten erhob ſich aus der Verſammlung ein halb unterdrücktes Geſchrei, das die Theilnahme der Anweſenden an der Verfolgung des Streits und ihr Vertrauen auf ſeinen Ausgang zeigte. 1*e, e. Sir Patrick Charteris rüſtete ſich, zum König zu
gehen und um Erlaubniß zu bitten, die Unterſuchung
wegen Olivier Proudfute's Mord nach der Gewohnheit
des Sargrechts oder im Nothfall des Kampfes verfol⸗ gen zu dürfen. 1 Er vollzog dieß Geſchäft, nachdem der Stadtrath
aufgehoben war, in einer geheimen Audienz beim König,
der dieſe neuen Unruhen mit vieler Betruͤbniß vernahm und hieß Sir Patrick und die betheiligten Partheien morgen früh nach der Meſſe ſeinen Beſchluß im Staats⸗ rath vernehmen. Indeſſen wurde ein königlicher Diener ins Marſchallhaus abgefertigt, um von Sir John Ra⸗
morny das Verzeichniß ſeiner Diener zu fordern und
ihm unter hoher Strafe zu befehlen, daß er mit ſeinem ganzen Gefolge in Perth bleibe, bis er des Königs wei⸗ bern Willen vernehme..


