Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
Einzelbild herunterladen

79 ner Noth helfen, wie ich meine Pflicht als Euer Käm⸗ pfer thun werde, ritterlich, treulich und männlich, Geht nun, Magdalene, und wählt nach Eurem Willen die Bürger der ſchönen Stadt, anweſende und abweſende, wem Ihr Euren Kampf zu übertragen wünſcht, wenn der, gegen den Ihr Klage führt, unter meinem Stande iſt.“

Aller Augen waren auf Heinrich Smith gerichtet, den die allgemeine Stimme bereits als den in jeder Hinſicht beſten Kämpfer bezeichnet hatte. Aber die Wittwe achtete nicht auf das, was ihre Mienen ſagten. Kaum hatte Sir Patrick ausgeſprochen, als ſie durch das Gemach gegen den Platz zu ging, wo am Ende der Tafel der Waffenſchmied unter den Mitgliedern ſeiner Zunft ſtand, nahm ihn bei der Hand und ſagte:

„Heinrich Gow oder Smith, guter Bürger und Zunft⸗ mann, mein— mein— Gatte, wollte ſie ſagen, aber ſie konnte das Wort nicht herausbringen und war genöthigt, den Ausdruck zu verändern.

„Der Geſtorbene liebte und ſchätzte Euch vor Allen; daher iſt es billig, daß Ihr den Kampf für ſeine Wittwe und Waiſen ausfechtet. 4 Wäre auch, was in jeuer Zeit nicht der Fall war, für Heinrich noch irgend eine Möglichkeit vorhanden geweſen, einem Auftrag zu entgehen, den Jedermann ihm zuzutheilen ſchien, ſo wurde doch jeder Wunſch und Gedanke des Ablehnens ihm abgeſchnitten, ſobald die Wittwe ihn auredete; und kein Befehl des Himmels hätte ei ien ſtärkern Eindruck auf ihn machen können, als die Bitte der unglücklichen Magdalene. Ihre Hindeutung auf ſeine genane Bekanntſchaft mit dem Abgeſchiedenen rührte ihn in der Seele. Während Oliviers Leben lag ohne Zweifel etwas Abgeſchmacktes in ſeiner übertrie⸗ benen Vorliebe für Heinrich, was, wenn man die gänzliche Verſchiedenheit ihrer Charaktere bedachte, lächerlich war. Aber all dieß war nun vergeſſen und Heinrich, ſeinem natürlichen Feuer nachgebend, erinnerte ſich nur