Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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78 Die Verſammlung ſtand auf, um die traurige Gruppe zu empfangen und grüßte ſie mit dem Ausdruck des tiefſten Mitgefühls, was Magdalene mit einer Würde, die man von des armen Oliviers Gattin nicht hätte erwarten ſollen, und die ſie vielleicht von ihrem tiefen Jammer borgte, erwiederte. Sir Patrick Charteris trat hierauf vor und nahm mit der Artigkeit eines Ritters gegen eine Frau und eines Beſchützers gegen eine unglückliche beleidigte Wittwe die Arme bei der Hand, und erklärte ihr kurz, wie die Stadt die gehö⸗ rige Rache für den Mord ihres Gatten verfolgen würde. Nachdem er ſich mit einer Milde und Feinheit, die ſich ſonſt nicht in ſeinem Weſen zeigte, überzeugt hatte, daß das unglüchliche Weib vollkommen verſtand, was er meinte, wandte er ſich laut an die Verſammlung: „Gute Bürger von Perth und freigeborne Männer der Gilden und Zünfte, merkt auf das, was heſcheben ſoll, denn es betriſſt Eure Rechte und Freiheiten. Hier ſteht Magdalene Proudfute, welche die ſchuldige Rache für den Tod ihres, wie ſie ſagt, von Sir John Ra⸗ morny von eben daher*) Ritter, ſchmählich ermordeten Gatten zu verfolgen gedenkt, was ſie durch das Got⸗ tesgericht des Sarges oder durch den Leib eines Man⸗ nes zu beweiſen erbötig iſt. Daher mache ich, Patrick Charteris, ein geguͤrteter Ritter und freigeborner Edel⸗ mann, mich anheiſchig, in ihrem gerechten Kampf zu ſtreiten, ſo lang Mann und Roß aushalten, wenn Je⸗ mand meines Standes den Handſchuh aufhebt.— Sprecht, Magdalene Proudfute, nehmt Ihr mich zu Eurem Kämpfer an?2“ Die Wittwe vermochte kaum zu antworten:„Ich kann keinen edlern wünſchen.“ Sir Patrick nahm nun ihre rechte Hand in die ſei⸗ nige und ſagte feierlich, ihr nach der Sitte die Stirne küſſend:„So möge mir Gott und St. Johann in mei⸗

*) S. Anm. p. 73.