25 einerlei iſt, mit der kalten, ruhigen Behauſung ver⸗ tauſchen, wo, wie unſre Prieſter ſagen, die Schlechten aufhören, ſchlecht zu handeln und wo die Müden ru⸗ hen?2“
„Ihr ſprecht nicht im Ernſt, Mylord,“ antwortete Ramorny,„das Leben des guten, alten Königs angrei⸗ fen, wäre eben ſo unnatürlich als unklug.“
„»Warum ſich ſcheuen, wenn einmal dein ganzer Plan,“ fuhr der Prinz mit finſterem Mißvergnügen fort,„ein Unterricht in Verbrechen wider die Natur, gemiſcht mit kurzſichtigem Ehrgeiz iſt? wenn der König von Schottland jetzt kaum dem Adel die Spitze bieten kann, da er ihm ein ehrenhaftes, fleckenloſes Banner entge⸗ genſtellt, wer wird einem Fürſten folgen, der durch den Tod ſeines Oheims und die Einkerkerung ſeines Vaters befleckt iſt? Eine ſolche Staatskunſt könnte einen heidniſchen Divan, geſchweige denn einen chriſtli⸗ chen Staatsrath empören.— Du warſt mein Vormund,
Ramorny, und vielleicht könnte ich mich mit Recht auf deinen Unterricht und dein Beiſpiel bei den meiſten Thorheiten berufen, die man mir vorwirft. Vielleicht wäre ich ohne dich nicht hier um Mitternacht in der Maske der Narrheit,(dabei ſah der Prinz auf ſeine Kleider) um einen ehrgeizigen Wüſtling anzuhören, der mir vorſchlägt, einen Oheim zu ermorden und den be⸗ ſten der Väter zu entthronen. Weil es aber doch mein Fehler ſo gut als der deine iſt, wenn ich mich in die⸗ ſen Abgrund geſenkt habe, wäre es ungerecht, daß du allein dafür leideſt. Aber erneuere dieſe gehäßigen An⸗


