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22 „»Das iſt wahr, Amen,“ erwiederte Ramoruy.„Aber
wer regiert den König Robert und wer gibt alle Maß⸗
regeln an, die der gute König ergreifen muß?“
„Mylord von Albany, wollt Ihr ſagen. Ja das iſt Lichtig, mein Vater läßt ſich faſt ganz durch den Rath ſeines Bruders leiten; im Grund, Ramorny, können wir ihn nicht tadeln, er iſt ſo wenig von ſeinem Sohn unterſtützt.“
„Unterſtützt ihn jetzt, Mylord,“ ſagte Ramorny.„Ich bin Bewahrer eines furchtbaren Geheimnißes; Albany hat mir vorgeſchlagen, mich mit ihm zu einem Anſchlag auf Eurer Hoheit Leben zu vereinigen. Er verſpricht mir vollkommene Verzeihung für die Gegenwart und hohe Gunſt für die Zukunft.“
„Einen Anſchlag auf mein Leben? ich glaube, Ihr wollt ſagen, er will mir den Thron rauben? Das wäre furchtbar gottlos! Er iſt der Bruder meines Va⸗ ters. Sie ſaßen beide auf den Knieen Eines Vaters und ruhten an der Bruſt Einer Mutter.— Schweig'— Unglücklicher! welche Tollheiten kann man einem Kran⸗ ken anſchwatzen!“
„Ja wohl anſchwatzen!« ſagte Ramorny.„Es iſt mir etwas neues, leichtgläubig genannt zu werden. Aber der Menſch, deſſen ſich Albany als Sprecher für ſeine Verſuchungen bediente, iſt einer von denen, die man gleich verſteht, wenn ſie von Verbrechen reden. Selbſt die Arzneien die er bereitet, ſchmecken giftig.“ „»pPfuy! ein ſolcher Menſch würde einen Heiligen ver⸗ „läumden. Diesmal ſeyd Ihr zum Beſten gehalten, Ra⸗
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