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davor, meine Hände in den Ofen zu ſtecken und ließe es ſich einer beigehen, uns anzugreifen, ſo wollte ich ihm zeigen, daß er keinen günſtigen Markt zum Ver⸗ ſchluß ſeiner Waare gewählt habe.“
„Möchte euch alles häusliche Glück werden, das ihr Euch zu denken vermögt, Heinrich, aber mit einer glück⸗ licheren Frau, als ich bin,“ ſagte das ſchöne Mädchen von Perth und hatte beinahe keinen Athem mehr in der Bruſt, ſo ſehr ſtrengte ſie ſich an, ihre Thränen und ihr Schluchzen zurückzudrängen.
„Ihr haßt mich alſo?“ fragte der Liebende nach ei⸗ nigen Pauſen.
„Nein! der Himmel iſt mein Zeuge!“
„Oder ihr liebt einen Andern mehr als mich?“
„Es iſt grauſam nach etwas zu fragen, was zu wiſ⸗ ſen euch nicht frommen kann; aber ihr ſeyd ganz im Irrthume.“
„Vielleicht die wilde Katze den Conachar? ich habe ſeine Blicke bemerkt, und——“
„Ihr benützt meine peinliche Lage, um mich zu höh⸗ nen, Heinrich, ob ich das gleich nicht verdient habe. Conachar gilt mir nichts; wenn ich bemüht war, durch Lehre und Warnung ſeinen ungeſtümen Geiſt zu bän⸗ digen, ſo habe ich mich eines jungen Menſchen ein we⸗ nig angenommen, der ſeinen Vorurtheilen und Leiden⸗ ſchaften überlaſſen war, und ſo mit euch Heinrich, eine gewiſſe Aehnlichkeik hat.“
„So muß es ein Sir Seidenwurm ſeyn, einer von den kurzweiligen Höflingen„ ſagte der Waffenſchmied, deſſen Unwille ſeinen von Natur leicht reizbaren Cha⸗ rakter aufregte,„einer von denen, die ſich einbilden, ſie müſſen mit ihren langen Federn und glänzenden ol⸗ denen Sporen Alles gewinnen. Ich moͤchte wohl den wiſſen, der ſeine gewöhnlichen Geſellſchafterinnen, die geſchminkten, wohlduftenden Fräulein am Hofe, ver⸗


