127 läßt und einfältigen Bürgerstöchtern nachgeht. Ich möchte ſeinen Namen und Beinamen wiſſen.“
„Heinrich Smith,“ ſagte Katharina, plötzlich die Schwäche niederkämpfend, unter der ſie einen Augen⸗ blick zuvor erliegen zu wollen ſchien,„dieſe Sprache iſt die der Thorheit und Undankbarkeit oder vielmehr der Wuth. Ich habe euch ſchon beim Anfange unſers Ge⸗ ſpraches geſagt, daß ich von Niemanden eine höhere Meinung habe, als von dem, der gegenwärtig mit jedem Worte, das er im Tone ungerechten Verdachtes und ungegründeten Zornes ſpricht, in meiner Achtung verliert. Ihr hattet nicht einmal das Recht, das zu erfahren, was ich euch geſagt habe und ich bitte euch, zu beachten, daß meine Geſpräche euch nicht zu der Meinung berechtigen dürfen, daß ich euch den Vorzug vor Andern gebe, wenn ich ſchon geſtehe, daß ich Kei⸗ nen über Euch ſtelle. Es genügt euch, zu wiſſen, daß euren Wünſchen ein unüberwindliches Hinderniß im Wege ſteht, wie wenn ein Zauberer mein Schickſal ge⸗ bannt hätte.“
„Muthige Leute wiſſen den Zauber zu löſen,“ ver⸗ ſetzte Smith;„ich wollte, ich hätte nur das zu fürch⸗ ten. D' Horbion, ein däniſcher Waffenſchmied ſagte mir, er wiſſe einen Zauber, mit dem er ſeine Panzer un⸗ durchdringlich machte, indem er, während das Eiſen glühe, ein gewiſſes Lied ſinge. Ich erwiederte ihm aber, daß ſeine Runen⸗Reimlein gegen die Waffen nicht Probe halten würden, mit denen man bei Loncarty gefochten. Es iſt unnöthig, den Erfolg zu erzählen, aber ſein Panzer, der, der ihn trug, und der Wundarzt der ihn heilte, können ſagen, ob Heinrich Gow einen Zau⸗ ber zu löſen weiß.“
„Katharina betrachtete ihn, als wollte ſie ihm auf eine Weiſe antworten, die ihm bewieſen hätte, daß ſie die Heldenthat, derer er ſich eben gerühmt, gar nicht


