1²¹⁴
zu verantworten hat. Thue ich einen gut gefuͤhrten Hieb, ſo geſchieht es— der heilige Johannes ſey mein Zeuge!— nicht in der Abſicht, dem Gegner Schaden zu thun, ſondern einzig, um zu hauen, wie William Wallace.“
Heinrich ſprach dieſe Worte mit einem ſo klaͤglichen Ernſte, daß Katharina ſich nicht enthalten konnte, zu laͤcheln. Indeſſen verſicherte ſie ihn, daß ſo unbedeu⸗ tende Gruͤnde gar nicht in Betracht kommen, wo die Gefahr, der er ſein und Anderer Leben ausſetze, in der andern Wagſchale liege.
„Wohl,“ erwiederte Heinrich, durch ihr Laͤcheln er⸗ muthigt;„aber die gute Sache des Friedens koͤnnte, wie mich duͤnkt, nicht beſſer ankommen, wenn ſie ei⸗ nen Vertheidiger ſuchte. Denkt Euch z. B., ich koͤnne, wenn man mich draͤngt und treibt, zu den Waffen zu greifen,— ich koͤnne da mich erinnern, ich habe zu Hauſe einen guten Schutzengel gelaſſen, deſſen Bild mir ganz leiſe zuzufluͤſtern ſchiene:„„Keine Ge⸗ waltthat, Heinrich! es iſt meine Hand, die du mit Blut zu beflecken im Begriff ſtehſt. Heinrich, begieb dich in keine unnoͤthige Gefahr, es iſt meine Bruſt, der du ſie ausſetzeſt.“⸗“ Solche Gedanken wuͤrden mehr Wirkung bei mir thun, als wenn alle Moͤnche von Perth mir zuriefen:„Halt, bei Strafe des Bannes!“
„Wenn die Stimme, der Rath und die Liebe einer Schweſter hier einiges Gewicht haben koͤnnen, Hein⸗ rich,“ ſagte Katharina,„ſo glaubt mir, daß Ihr meine Hand mit Blut faͤrbet, wenn Ihr einen Streich fuͤhrt, daß mein Herz blutet, wenn Ihr eine Wunde empfangt.“ 8
Der ruͤhrende, liebevolle Ton, mit dem dieſe Worte geſprochen wurden, gaben dem Waffenſchmiede neuen Muth.. 3


