Teil eines Werkes 
151. Bändchen = Neue Folge, 1. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 1. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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12³ und meinen Muth zu erproben; aber von Euch allein, Katharina, kann ich lernen, beſſer zu denken. Be⸗ denket, meine ſchoͤne Valentine, daß mein Ehrgeiz, durch Waffenthaten mich auszuzeichnen und mein kampf⸗ luſtiger Sinn, wenn ich ſo ſagen darf, gegen meine Vernunft und meinen ſanfteren Charakter nicht mit gleichen Waffen ſtreiten; ſie werden durch Urſachen, die mir fremd ſind, geweckt und ermuthigt. Entſteht ein Streit, und ich ſoll nach Eurem Rathe mich nicht darein mengen, glaubt Ihr da, mir ſtehe frei, zwiſchen Krieg und Frieden zu waͤhlen? Nein, bei der heiligen Maria! Hundert Stimmen erheben ſich ringsum, mich anzufeuern.Wie, Smith, iſt deine Klinge verroſtet? ſagte der Eine.Heinrich Gow will dieſen Morgen nichts von Haͤndeln hoͤren, ſetzt ein Anderer hinzu.Schlage dich fuͤr die Ehre von Perth, ruft der Lordoberrichter.Heinrich nimmt's mit Allen auf, und ich wette einen Roſenobel fuͤr ihn, ſagt vielleicht Euer Vater ſelbſt. Was kann nun ein armer Burſche, wie ich, machen, Katharina, wenn ihm ſo die ganze Welt im Namen des Teufels zuſetzt, und auf der andern Seite keine Seele iſt, die ihm nur ein Woͤrtchen ſagte, um ihn zuruͤck zu halten 2*

Ich weiß, daß es dem Teufel nicht an Helfers⸗ helfern fehlt, um uns zu ſeinen Werken zu verleiten, aber es iſt unſere Pflicht, ſeinen eiteln Vorſpiege⸗ lungen zu widerſtehen, ſelbſt wenn ſie von ſolchen vorgebracht werden, denen wir Liebe und Achtung ſchuldig ſind.

Dann kommen die Minſtrels mit ihren Romanzen und Balladen, die alles Verdienſt eines Mannes darein ſetzen, daß er wackere Hiebe empfaͤngt und austheilt. Ihr koͤnnt nicht glauben, Katharina, wie viele meiner Suͤnden der Saͤnger Heinrich der Blinde