Teil eines Werkes 
151. Bändchen = Neue Folge, 1. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 1. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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Das mag ſeyn, mein Sohn, ſagte der Hand⸗ ſchuhmacher,aber ihre Verrichtungen ſind ſehr ver⸗ ſchieden. Bedenkt, daß wir die Hand als Unterpfand der Treue und Freundſchaft gebrauchen, die Fuͤße ha⸗ ben dieſes Vorrecht nicht. Tapfere Leute fechten mit den Waffen in der Hand, die Feigen machen ſich auf die Beine, um zu fliehen. Ein Handſchuh wird hoch⸗ getragen, ein Schuh in den Koth getreten. Mit aus⸗ geſtreckter Hand gruͤßt man den Freund; einen Hund, oder einen Menſchen, den man wie einen Hund ver⸗ achtet, ſtoͤßt man mit dem Fuß zuruͤck. Ein Hand⸗ ſchuh auf einer Lanzenſpitze iſt in der ganzen Welt ein Zeichen der Ergebenheit, und auf den Boden ge⸗ worfen, eine Ausforderung zum Kampfe zwiſchen Rittern, in einem alten Schuh dagegen finde ich kein anderes Sinnbild, als etwa, daß ihn eine gute Alte einem Mann auf den Ruͤcken wirft, um ihm Gluͤck zu bringen, ein Mittelchen, auf das ich, aufrich⸗ tig geſtanden, wenig Vertrauen habe.

Bei meiner Seele! rief der Waffenſchmied, durch die Beredtſamkeit ergoͤtzt, mit der ſein Freund die Wuͤrde ſeines Handwerks verfochten hatte,ich ſtehe Euch dafuͤr, daß ich die Handſchuhmacherszunft nie⸗ mals gering ſchaͤtzen werde. Bedenkt nur, daß ich ſelbſt auch Blechhandſchuhe mache. Aber trotz des Anſehens Eurer alten Zunft wundert's mich doch, daß Conachar's Vater ſeinen Sohn die Profeſſion eines Handwerkers aus dem Unterlande lernen ließ, denn die Hochlaͤnder meinen, wir ſtehen unendlich tief un⸗ ter ihrem hohen Range, und betrachten uns als einen Haufen veraͤchtlicher Tageloͤhner, die kein anderes Schickſal verdienen, als mißhandelt und beraubt zu werden, ſo oft ſich die großen Herrn ohne Beinklei⸗ der dieß ohne Gefahr erlauben zu koͤnnen glauben.

Allerdings, verſetzte Simon,allein es walteten