Teil eines Werkes 
151. Bändchen = Neue Folge, 1. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 1. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
Einzelbild herunterladen

117 ter eine ſtarkknochigte Frau war, und hauptſaͤchlich große Finger und Faͤuſte hatte.

Und was das Vieh betrifft, fuhr Heinrich fort, ſo kommt mir's vor, ſein Vater und ſeine Bruͤder ſtehlen die Schaafe eins nach dem andern.

Je weniger wir davon reden, deſto beſſer iſt's, ſagte Glover, ernſter werdend.Er hat keine Bruͤ⸗ der... ſein Vater iſt ein angeſehener Mann... er hat lange Arme, die er ausſtreckt, ſo weit er kann, und ſeine Ohren hoͤren ſo weit, daß wir nicht von ihm zu ſprechen brauchen.

Und doch hat er ſeinen einzigen Sohn zu einem Handſchuhmacher in Perth in die Lehre gethan? ſetzte Heinrich hinzu.Ich haͤtte geglaubt, das edle Handwerk des heil. Crispin*), wie man's heißt, wuͤrde ihm beſſer zuſagen, und wenn der Sohn eines großen Mac oder O' ein Handwerk erlernen ſollte, ſo wuͤrde er dasjenige ergreifen, in welchem Fuͤrſten ihm vorangegangen.

Dieſe Bemerkung, obgleich in ironiſchem Tone ge⸗ macht, ſchien in Simon das Gefuͤhl der Wuͤrde ſei⸗ nes Handwerks zu wecken, ein Gefuͤhl, das im Allgemeinen alle Handwerker dieſer Zeit charakteriſirte.

Ihr irrt Euch, mein Sohn Heinrich, antwortete er mit vieler Gravitaͤt,die Profeſſion der Hand⸗ ſchuhmacher iſt die ehrenvollere, weil ſie fuͤr die Haͤnde arbeitet, waͤhrend die Schuhflicker und Stiefelkuͤnſtler es nur mit den Fuͤßen zu thun haben. 1

Beides ſind gleich nothwendige Glieder des Lei⸗ bes, erwiederte Heinrich, deſſen Vater Schuſter ge⸗ weſen war.

*) Bekanntlich der Patron der Schuſter. Anm. d. Ueberſ.