11² daß ein ehrlicher Handwerksmann ſolche Leute nicht mit guͤnſtigen Blicken betrachten kann. „ Ganz recht, ganz recht,⸗ ſagte Simon;„doch ſprich jetzt nicht mehr von dieſem Gegenſtand, denn ſteh, da kommt unſer Langſchlaͤfer, und wenn heute ſchon ein Feiertag iſt, ſo will ich doch kein Pudding mehr mit Blut.“
In dieſem Augenblick trat Conachar ein. Er hatte blaſſe Wangen, rothe Augen, und ſah ſehr aufgeregt und unruhig aus. Er ſetzte ſich unten an den Tiſch, Dorotheen gegenuber, und machte das Zeichen des Kreuzes, als ſchickte er ſich an, ſein Fruͤhmal zu neh⸗ men. Als er nichts beruͤhrte, bot ihm Katharina die Platte mit den Kuchen dar, welche allgemeinen B fall gefunden hatten. Anfangs wies er ſie mit ver⸗ drießlicher Miene zuruͤck, als ſie aber mit einem freundlichen Laͤcheln ihren Antrag wiederholte, nahm er einen Kuchen, brach ihn entzwei, und aß ein Stuͤckchen, aber die Gewalt, die er ſich anthat, es zu verſchlucken, war,— das ſah man ihm an,— ſo peinlich, daß er keinen zweiten Verſuch machte. 8 „Du haſt einen ſchlechten Appetit fuͤr einen St. Valentinsmorgen, Conachar,« ſagte ſein Meiſter in aufgeraͤumtem Tone;„und doch haſt du, glaub' ich die letzte Nacht gut geſchlafen, denn vermuthlich ha du nichts von dem Auflaufe gehoͤrt, der vor'm Haufe ſtatt fand. Ich haͤtte geglaubt, ein ruͤſtiger Hochlaͤn⸗ der wuͤrde, ſobald nur von ferne Gefahr drohte, mit dem Dolch in der Hand an der Seite ſeines Meiſters ſich einfinden. 8
„Ich habe blos einen ſchwachen Laͤrm gehoͤrt,* er⸗ wiederte der junge Menſch mit einem Seufzer,„ich glaubte, es waͤren einige ausgelaſſene Nachtſchwaͤrmer, und Ihr habt mir verboten, Thuͤre oder Fenſter zu oͤffnen, damit das Haus durch ſolche Thorheiten nicht in Unruhe komme.“
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