Sechstes Kapitel.
Nie reicht Katharina einem Mann die Hand. Shakſpeare.
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Das Fruͤhmal war aufgetragen, und die friſchen Ku⸗ chen, vom feinſten Mehl und Honig nach einem Fami⸗ lienrecepte gebacken, wurden vom Vater und Liebhaber nicht nur, wie ſich's von ihrer Parteilichkeit erwarten ließ, gehoͤrig belobt, ſondern beide ließen ihnen auch durch den Appetit Gerechtigkeit wiederfahren, der der beſte Beweis fuͤr die Guͤte eines Kuchens wie eines Puddings iſt. Man ſprach, man lachte, man ſcherzte. Katharina ſelbſt hatte ihre gewoͤhnliche Ruhe wieder gewonnen, und zwar an einem Orte, wo Damen und Fraͤulein aus unſrer Zeit ſie wahrſcheinlich verloͤren, naͤmlich— in der Kuͤche, wo ſie die Oberaufſicht uͤber alle haͤuslichen Angelegenheiten fuͤhrte, ein Amt, das ſie meiſterhaft verwaltete. Ich zweifle, ob die Lektuͤre Seneka's, in einem gleichen Zeitraume, ebenſo dazu beigetragen haben wuͤrde, die Ruhe in ihrem Innern wieder herzuſtellen. 2 16
Nach der gewoͤhnlichen Sitte dieſer Zeit ſaß Dorothee unten am Tiſche. Die beiden Freunde waren ſo ſehr in ihr Geſpraͤch vertieft, und Katharina hatte ſo vielerlei zu thun, weil ſie bald zuhoͤren, bald uͤber das Geſagte im Stillen nachdenken mußte, daß die Alte die erſte war, welche die Abweſenheit des jungen Conachar bemerkte. 3
„Es iſt wahr,« ſagte Glover;„geh, ruf ihn, den faulen Hochlaͤnder. Er hat ſich waͤhrend des Laͤrms in


