—
99
thun willſt, ſo weiß ich nicht, wie ich dir beikommen
ſoll,“ ſagte Simon.„An was denkſt du denn, junger Narr? dein guter Stern führt dir ſie ſo eben gewiſſer⸗ maßen in die Arme, denn von einem Ende der Stadt zum andern würden alle Leute pfui über ſie ausrufen, wenn ſie nein ſagte; ich ihr Vater, gebe nicht nur meine Einwilligung zu dieſer Heirath, ſondern will euch auch ſo feſt vereinigen, als eine Nadel zwei Stücke Elends⸗ leder, und bei dem allen ſiehſt du aus, wie ein ver⸗ zweifelter Liebhaber in einer Ballade und ſcheinſt auf⸗ gelegter, dich in den Tay zu ſtürzen, als einem Mäd⸗ chen den Hof zu machen, das du haben kannſt ohne weitere Mühe, als daß du ſie um ihre Hand bitteſt,
wenn du nur den günſtigen Augenblick zu treffen weißt.“
„Ja aber dieſer günſtige Augenblick, Vater Simon! ich zweiſte, ob dieſer je bei Katharinen kommen, ob ſte je einen plumpen, unwiſſenden Handwerksmann, wie ich bin, erhören wird. Ich weiß nicht, wie das kommt; überall ſonſt kann ich den Kopf hoch tragen, ſo gut als ein anderer, aber in der Nähe Eurer frommen Tochter habe ich weder Herz noch Muth und kann mich des Gedankens nicht erwehren, daß es wäre, wir Kirchen⸗Raub, wenn ich ihre Zuneigung mir erſchliche. Ihre Gedanken ſind zu ſehr gen Himmel gerichtet, als daß ſie ſie auf ein Weſen, wie ich bin, fallen laſſen ollte. 217„.
„Wie Ihr wollt, Heinrich Smith. Meine Tochter macht Euch den Hof nicht;.. ich bitte euch nicht, ſie anzunehmen.. ein günſtiger Antrag iſt nicht werth, daß man darüber in Streit gerathe.... wenn ihr aber glaubt, ich werde in ihre einfältigen Kloſtergedan⸗ ken eingehen, ſo irrt ihr euch gewaltig. Ich liebe und ehre die Kirche, ich entrichte willig und auf gehörige Weiſe alles, was ihr gebührt, Zehenten, Almoſen, Wein und Wachskerzen. Das alles ſage ich, entrichte ich eben ſo gerne, als ein anderer Bürger in Perth, 7 82


