100
der dieſelben Mittel hat, allein das einzige, das aller⸗ einzige Schäfchen, das ich auf der Welt beſitze, kann ich der Kirche nicht geben. Ihre Mutter war mir theuer, ſo lange ſie auf dieſer Erde lebke, jetzt iſt ſie ein En⸗ der im Himmel, Katharina iſt alles, was mir geblie⸗ en iſt, um mich an das zu erinnern, was ich verlo⸗ ren habe, und wenn ſie je in ein Kloſter geht, ſo eſſchieht dieß erſt, wenn dieſe betagten Augen ſich auf immer geſchloſſen haben und bälder nicht. Ihr aber, mein Freund Gow, könnt thun, was euch beliebt; ich habe keine Luſt, euch meine Tochter zum Weibe aufzu⸗ dringen, das kann ich euch verſichern.“— „Da ſchmiedet ihr das Eiſen zweimal, Vater Si⸗
mon; ſo endigen wir immer: ihr werdet böſe auf mich, weil ich nicht thue, was mich zum glücklichſten Men⸗ ſchen auf der Welt machte, wenn es in meiner Macht ſtünde. Wenn in meinem Herzen ein einziger Tropfen Bluts rollt, der nicht eurer Tochter mehr, als mir ſelbſt angehörte, ſo ſoll im Augenblick der ſchärfſte Dolch, den ich je geſchmiedet⸗ in daſſelbe verſenkt werden. Aber
was verlangt ihr? kann ich weniger Achtung vor ſie haben, als ſie verdient, oder mich ſelbſt höher ſtellen, als ich bin? Was euch leicht und einfach ſcheint, iſt für mich eben ſo ſchwer, als aus Hanf ein Panzer⸗ hemd zu fertigen.— Doch auf eure Geſundheit, Vater,⸗ fuhr Smith in einem heitereren Tone fort,„und auf die meiner ſchönen Heiligen und meiner Valentine, was, wie ich hoffe, eure Tochter für dieſes Jahr ſeyn wird. ſch will Euch nicht länger abhalten, den Kopf aufs Ohr. zu legen; haltet Rath mit eurem Feder⸗ bett, bis es hoch am Tage iſt, dann führt mich an das Zimmer eurer Tochter, bittet ſie für mich um die Erlaubniß, eintreten und ihr einen guten Morgen wünſchen zu dürfen und ich werde der glücklichſte Menſch in der Stadt und weit im Umkreiſe ſeyn.“ 1 „Der Rath iſt nicht ſchlecht, mein Sohn,“ ſagte
.—


