98
„Allerdings zum Ziele, mein Junge,“ ſagte der Handſchuhmacher, wenn du dich führen läſſeſt. Aber fage bni„ was wünſcheſt du am liebſten zum Morgen⸗ trunk?“
„Was Ihr wollt, Vater,“ antwortete Smith. gleich⸗ gültig und fuhr fort, ſich ſein Geſpräch mit Kathari⸗ nen zu zerlegen.„Ein edles Herzl! hat ſie geſagt, aber ſie hat auch von meiner grauſamen Hand ge⸗ ſprochen! was ſoll ich denn thun, um von dieſer Sucht mich zu ſchlagen, zu geneſen? Das Beſte, das ich thun könnte, wäre gewiß, mir die rechte Hand abzuhauen und ſie an eine Kirchthüre zu nageln, damit ſie mir keine neuen Vorwürfe mehr zuzöge..
„Du haſt genng Hände abgehauen für eine Nacht,“ ſagte Simon und ſtellte eine Flaſche Wein auf den Tiſch.—„Warum willſt du dich ſo quälen? ſie würde dich ſchon lieben, wenn ſie nicht fähe; daß du in ſie ſo ver⸗ narrt biſt. Doch die Sache wird jetzt ernſthaft; ich mag nicht Gefahr laufen, die wüthenden Raufbolde, die im Dienſte der Edlen ſtehen, meine Werkſtätte ſtürmen und mein Haus plündern zu ſehen, weil man für gut findet, ſie das ſchöne Mädchen von Yerth zu nennen. Nein, ſie ſoll erfahren, daß ich ihr Bater bin und daß ich will, daß ſie mir den Gehorſam leiſte, wor⸗ auf das Geſetz und Evangelium mir ein Recht geben. Ich will, daß ſie dein Weib werde, Heinrich, mein Herzensſohn.... 4 „Dein Weib, Goldjunge, und das, ehe viel Wochen ins Land gehen. Wohlan, auf freudige Hochzeit, wa⸗ ckerer Smith!“
Simon nahm einen großen Becher, leerte ihn, füllte ihn dann von nenem und reichte ihn dem Waffenſchmied, der ihn langſam an den Mund führte, ehe er aber ſeine Lippen berührt hatte, ſtellte er ihn wieder kopf⸗ ſchüttelnd auf den Tiſch.
„Wenn du auf eine ſolche Gefundheit nicht Beſcheid
1


