Es betraf die Geſundheit Euerer Tochter. Ich hoͤrte, daß Norna Euere Botſchaft nicht hatte annehmen, und Erich Scambeſter nicht ſehen wollen. Nun, dagchte ich ſo bei mir ſelbſt,— Eſſen, Trinken, Muſik oder ſonſt et⸗ was, hat mir nicht ſchmecken wollen, ſeitdem Jarto Min⸗ na ſo unwohl iſt, und ich kann wohl, buchſtaͤblich wie bild⸗ lich, ſagen, daß mein Tag und meine Nacht mir nur Kum⸗ mer gebracht habe. Kurz, ich dachte ſo.,, daß ich am Ende bei der alten Norna wohl mehr gelten duͤrfte, als ein An⸗ derer, da Skalden und weiſe Frauen, doch immer ſo zu Einem Gebluͤt gerechnet werden, und ich unternahm die Reiſe, in der Hoffnung, daß ich meinem alten Freunde und ſeiner lieblichen Tochter vielleicht etwas wuͤrde nuͤtzen koͤn⸗ nen.
„Und das war ſehr freundlich von Dir, guter wohl⸗ wollender Claudius,“ ſagte der Uballer, indem er ihm mit Waͤrme die Hand druͤckte:„ich habe es immer gefagt, daß Du bei all' Deinem Fiedeln und Deiner Thorheit doch im⸗ mer noch das gute alte norwegiſche Herz im Buſen truͤgeſt. Nun, Menſch, laß Dich das nicht betruͤben, ſondern ſey froh, daß Dein Herz beſſer iſt, als Deln Kopf; nun, und Du bekamſt keine Aatwort von Norna, nicht wahr?“
Keine befriedigende, erwiederte Clandius Halcro: aber ſie fragte mich genau aus, uͤber Minna's Krankheit, und ich erzaͤhlte ihr, daß ich ſie vor einigen Morgen, bei nicht ſehr gutem Wetter, außer dem Hauſe gefunden, und daß ihre Schweſter Brenda geſagt, ſie habe ſich den Fuß ver⸗ letzt, kurz ich erzaͤhlte ihr alles haarklein, was ich wußte.
„Und noch etwas mehr, wie es ſcheint,“ ſagte der Udaller:„denn ich wenigſtens wußte bis jezt nichts davon, daß Minna ſich verletzt hatte.“


