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unbekannt war, als Launen einer unfreundlichen Entfrem⸗ dung erſchienen, mit ſo gleichfoͤrmiger, unzerſtoͤrbarer Sanft⸗ muth, daß Minna haͤufig Thraͤnenſtrome an ihrem Halſe vergoß, und dieſe Augenblicke, wenn ſie auch durch die Er⸗ innerung verbittert wurden, daß ihr unſeliges Geheimniß ſowohl Brenda's Gluͤckſeligkeit, als die ihrige zerſtoͤre, doch vielleicht, durch die ſchweſterliche Liebe verſuͤßt, zu den er⸗ träglichſten dieſer qualpollen Zeit ihres Ledens geboͤrten.
Die Wirkungen der Abwechſelung traͤumender Schwer⸗ muth, furchtbarer Bewegung und von Ausbruͤchen krampf⸗ haften Gefuͤhls, zeigten ſich bald auf dem Geſicht und in der Geſtalt des armen Maädchens. Sie ward bleich und mager, ihr Auge hatte nicht mehr den feſten, ruhigen Blick des Gluͤckes und der Unſchuld, und erſchien abwech⸗ ſelnd truͤbe oder wildblickend, je nachdem das allgemeine Gefuhl ihres eigenen traurigen Zuſtandes, oder eine tiefer⸗ dringende, qualende Augſt auf ſie einwirkte. Selbſt ihre Zuͤge ſchienen ſich zu veraͤndern und ſcharf und ſchneidend zu werden, und ihre Stimme, welche, zu anderen Zeiten, ſanft und milde geweſen war, ſank jetzt bald zu einem un⸗ verſtänblichen Gemurmel herab, bald erhob ſie ſich uͤber den natuͤr ichen Ton, zu dem eines heftigen, abgebrochenen Ausrufs. Wenn ſie in Geſellſchaft mit Anderen war, ſo beobachtete ſie ein finſteres Stillſchweigen, und begab ſie ſic in die Einſamkeit, ſo hoͤrte man(da man es jetzt fuͤr noͤthig hielt, ſie bei ſelchen Gelegenhelten ſcharf zu beob⸗ achten) ſie oft zu ſich(elbſt reden.
Vergebens nahm Minna's beſorgter Vater zu der Heilkunde der Inſein ſeine Z flucht. Weiſe beiderlei Ge⸗ ſchlechts, welche die Krätte jedes Krautes kannten, das den Thau trinkt, und dieſe noch darch inaceige Worte ver⸗


