„Gewiß nicht, wenn ich nicht uͤber die Urſache dazu mehr Aufklaͤrung erhalte. Ich theile nicht den Glauben derjenigen, Frau, welche Euch uͤbernatuͤrliche Kraͤfte bei⸗ meſſen.“
„Ihr werdet ihn theilen, ehe wir von einander ſchei⸗ den,“ ſagte Norna.„Bis jetzt wißt Ihr nur noch wenig von mir, auch ſollt Ihr nicht mehr erfahren. Aber ich weiß genug von Euch, und koͤnnte Euch durch ein einziges Wort davon uͤberzeugen.“
„So uͤberzeugt mich,“ ſagte Mertoun:„denn wenn ich nicht ſo uͤberzeugt werde, ſo buͤrfte wohl wenig Aus⸗ ſicht da ſeyn, daß ich Euren Rathſchlaͤgen folgen moͤchte.“
„So gebt denn,“ ſagte Norna:„auf das genau Acht, was iv Fuch von Eurem Sohne ſage, denn ſonſt moͤchte das, was ich Euch von Euch ſelbſt ſagen werde, wohl alle anderen Gedanken aus Eurem Gedaͤchtniſſe verwiſchen. Ihr werdet zu dem bevorſtehenden Markte nach Kirkwall gehen, werdet am fuͤnften Markttage in dem aͤußeren Seitengange der Sankt Magnus⸗Kathedrale wandeln, und dort Jeman⸗ den treffen, der Euch Nachricht von Euerm Sohne geben wird.“
„Ihr muͤßt Euch deutlicher erklaͤren, Frau,“ erwie⸗ derte Mertoun unwillig:„wenn Ihr wollt, daß ich Eurem Rathe folgen ſoll. Ich bin, zu meiner Zeit, gar oft von Frauen geaͤfft worden, aber nie ſo plump, als Ihr es mit mir vorzuhaben ſcheint.“
„So hoͤre denn!“ ſagte die alte Frau.„Das Wort, das ich jetzt ausſprechen werde, betrifft Dein innerſtes Ge⸗ heeimniß, und ſoll Dir durch Nerv und Gebein zucken.“
Mit dieſen Worten fluͤſterte ſie Mertoun etwas in's Ohr, deſſen Wirkung beinahe die eines Zanbere, zu ſeyn ſchien.


