13 ihrem verwirrten Thun zu ſoͤren, keinesweges der beſte Weg ſeyn duͤrfte, die Nachrichten von ihr zu erhalten, die er zu haben wuͤnſchte. Unterdeſſen hatte er hinlaͤngliche Zeit, ihre Geſtalt zu betrachten, wenn gleich ihr Geſicht durch ihr wild umher hangendes Haar, und durch die Kappe ihres dunkeln Mantels halb verhuͤllt war, der nicht mehr davon ſehen ließ, als vielleicht bei einer Druidinn, bei Begehung ihrer geheimnißvollen Feierlichkeit, ſichtbar geweſen ſeyn wuͤrde.— Mertoun hatte ſchon fruͤher oft von Norna reden hoͤren, ja, es iſt wahrſcheinlich, daß er ſie oͤfters geſehen, denn ſie war mehr als einmal in der Naͤhe von Jarlshof geweſen, ſeitdem er daſelbſt ſeinen Wohnſitz aufgeſchlagen batte. Die albernen Maͤhrchen, die uͤber ſie im Umlauf waren, hatten indeß gemacht, daß er keine Aufmerkſamkeit auf eine Perſon gerichtet, welche er entweder fuͤr eine Betruͤgerinn, eine Verruͤckte, oder ein Gemiſch von Beidem hielt. Jetzt aber, wo ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit, durch die Umſtaͤnde, unwillkuͤhrlich ſich auf ihre Perſon und ihr Betragen geheftet hatte, konnte er nicht umhin, ſich ſelbſt zu geſtehen, daß ſie entweder eine auf⸗ richtige Begeiſterte ſey, oder ihre Rolle wenigſtens ſo treff⸗ lich ſpiele, daß keine Seherinn alter Zeiten es ihr zuvor⸗ gethan haben koͤnnte. Die Wuͤrde und Feierlichkeit ihrer Geberden, der wohlklingende und doch eindringliche Ton der Stimme, womit ſie den abgeſchiedenen Geiſt beſchwor, deſſen ſterbliche Ueberbleibſel ſie zu ſtoren wagte, mußten einen tiefen Eindruck auf ihn machen, wenn gleich er ge⸗ woͤhnlich auf alles das, was um ihn her vorging, nur we⸗ nig zu achten ſchien. Kaum war indeſſen ihre ſonderbare Beſchaͤftigung vollendet, als er nicht ohne Muͤhe uͤber die zerriſſenen Truͤmmer der Mauer kletternd, in den Kirch⸗
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