1 5
12 Die Gewänder ſind gelöst— Wache— oder ſchlafe feſt!“ Wohl! Du ſchläfſt— es iſt vollbracht, Und der Preis in meiner Macht!
Dank, Ribott, Dank,— nun ſolt das Meer Die Wogen glätten um Dich her; Und wenn ſich fern ſein Spiegel trübt⸗, Die Ruhe Ribolt's Grab umgiebt. Dank, Ribolt, Dank; der Winde Macht, Wenn ſie zu ihrer Höh' erwacht, Sie ſinket nun bei Deinem Grab⸗ Zum leiſen Wiegenlied herab.
Sie, die Frau voll Majeſtät, Norna, von dem Fitful⸗Head, Groß in ihrer Herrſchermacht, Die ihr Etend nur gebracht— In Verzweiflung groß und hehr— In der Größe— freudenleer, Weiſ' und ſchlecht, wie je ein Weſen, Wird gegeb'nes Wort auch löſen.
Waͤhrend Norna den erſten Theil dieſer Reime herſang⸗ entbloͤßte ſie einen Theil des bleiernen Sarges des Krie⸗ gers, und loͤſ'te mit vieler Behutſamkeit und anſcheinen⸗ der Ehrfurcht einen Theil des Bleies davon ab. Hlerauf bedeckte ſie andaͤchtig den Sarg wiederum mit Sande, und
als ſie ihren Geſang geendet, war keine Spur von der Verletzung der Geheimniſſe des Grabes mehr zu be⸗
merken. Mertoun ſah uͤber die Kirchhofsmauer waͤhrend der gan⸗
zen Feierlichkeit unverwandt auf ſie hin, nicht aus einem Gefuͤhl der Ehrfurcht vor ihr, oder vor ihrer Beſchaͤfti⸗
e gung, ſondern weil er glaubte, daß, eine Blöͤdſinnige in


