Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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Adern gekommen ſey, rauh und heftig die angebotene Dienſtleiſtung zuruͤkk. Die arme Brenda, welche ſich keines Boͤſen bewußt war, das ſie ihrer Schweſter zugefuͤgt, trat zwei oder drei Schritte zuruͤck, als ſie ſah, daß ihre Dienſte ſo ſchnoͤde verachtet wurden, und betrachtete Minna mit Blicken, in denen ſich zwar mehr das Erſtaunen und ge⸗ kraͤgkte Liebe, als Unwillen malte, aber auch das Mißver⸗ gnuͤgen deutlich zu leſen war.

Schweſter, ſagte ſie:ich daͤchte, wir haͤtten erſt vergangenen Abend unter uns ausgemacht, daß, komme, was da wolle, wir wenigſtens einander lieben wollten.

Es kann ſich viel zwiſchen Abend und Morgen erelg⸗ nen, antwortete Minna, welcher dieſe Worte eher von ihrer Lage ausgepreßt wurden, als daß ſie, als die freiwilligen Dolmetſcher ihrer Gedanken, von ihren Lippen gekommen waͤren.

Es kann in einer ſo ſtuͤrmiſchen Nacht allerdings viel vorgegangen ſeyn, antwortete Brenda:denn ſieh nur, ſelbſt der Zaum um Euphanie's Kuͤchengarten iſt umgeweht, aber weder Wind noch Regen, noch irgend etwas anderes, kann unſere Liebe abkuͤhlen, Minna.

Allein es kann ſich etwas ereignen, erwiederte Min⸗ na,das ſie verwandeln kann in..

Den uͤbrigen Theil dieſer Rede ſprach ſie ſo undeut⸗ lich vor ſich hin, daß er nicht verſtanden werden konnte, waͤhrend ſie die Blutflecken von ihrem Fuße und rechten Knoͤchel abwuſch. Brenda, welche noch immer in einiger Entfernung ſtand und ſie betrachtete, ſuchte vergebens, ir⸗ gend einen Ton anzugeben, der das Wohlwollen und Ver⸗ trauen unter ihnen wieder herſtellen koͤnnte. 3

Du hatteſt, Recht, Minna, ſagte ſiennicht leiden