Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12² Luft aufgehalten und dabev ihr dichteriſche Vorſchriften ge⸗ geben haben, warum ſie ſchon laͤngſt haͤtte im Bette ſeyn ſollen. Minna unterbrach ihn indeſſen durch die Frage, die ſie zwar mit Ernſt, aber kaum hoͤrbarer Stimme aus⸗ ſprach, waͤhrend ſie Halcro zitternd und krampfhaft anfaßte, als ob ſie ſich vor dem Fallen haͤtte bewahren wollen: ſaht Ihr Niemanden in dem Boote, das ſo eben in See ging?

Dummes Zeug, erwiederte Halcro,wie konnte ich irgend Jemanden ſehen, da Licht und Entfernung mir gerade nur erlaubten, ſo viel zu unterſcheiden, daß es ein Boot und nicht ein Nordkaper war?

Aber es muß doch Jemand im Boote geweſen ſeyn? wiederholte Minna, kaum ſich bewußt, was ſie ſagte.

Allerdings, antwortete der Dichter,Boote gehen ſelten von freien Stuͤcken nach dem Winde. Aber, das iſt alles Albernheit, und deswegen, wie die Koͤnigin in ei⸗ nem alten Stuͤcke ſagt, das von dem trefflichen Wilhelm d' Avenant wieder fuͤr das Theater bearbeitet wurde: zu Bette, zu Bette, zu Bette!

Sie trennten ſich und Minna's Glieder trugen ſie mit Muͤhe, durch verſchiedene abgelegene Gaͤnge, wieder zu ih⸗ rem Zimmer hin, wo ſie ſich behutſam neben ihrer noch im⸗ mer ſchlafen den Schweſter niederlegte, mit einem Gemuͤ⸗ the, das von den allerqualendſten Beſorgniſſen heimge⸗ ſucht wurde. Daß es Cleveland's Stimme geweſen, die ſie gehoͤrt hatte, war gewiß; der Inhalt der Geſaͤnge ließ keinen Zweifel uͤbrig, und wenn ſie nicht eben ſo feſt uͤberzeugt war, daß ſie den jungen Mertoun im heftigen Zanke mit ihrem Geliebten gehoͤrt, ſo war ihr doch davon ein ziemlich deutlicher Eindruck geblieben. Das Stoͤhnen,