54 bafuͤr heweiſen, daß es noch Zaubermittel im Lande giebt⸗ und daß Du ſeldſt von einem ſolchen befangen biß. Nicht
umſonſt traͤgt Mordaunt eine ſolche Kette von Elfengold
— ſieh Dich vor, Brenda, und ſey klug, da es noch Zeit
eiſt.“⸗
„Ich habe nichts mit Mordaunt Mertoun zu thun,“ ſagte Brenda haſtig:„auch weiß ich nicht, und bekuͤmmere mich nicht darum, was er oder irgend ein anderer junger Mann um den HKals traͤgt. Ich koͤnnte die ſaͤmmtlichen Goldketten der Scköppen von Edinburgh ſehen, von denen Lady Glourourum ſo viel ſpricht, ohne mich in einen von denen, die ſie trazen, zu vergaffen.“ Nachdem ſie ſo der allge meinen Sitte der Frauen ſich auf eine ſolwe allgemeine Anklage hin nicht für ſchurdig zu erklären, ebenfalls Ge⸗ nuͤge geleiſtet, finz ſie in veraͤndertem Tone ſogleich wieder an:„Die Wahrheit zu ſagen, Minna, mein' ich, daß Du und Iyr Alle uͤber dieſen unſern jungen Freund, der ſo lange unſer vertrauteſter Geſellſchafter geweſen iſt, viel zu voreilig geurtheilt habt. Bedenke Dir es, Mordaunt Mer⸗ toun iſt Dir eben ſo diel, als er mir iſt— Du ſelbſt weißt, daß er zwiſchen uns keinen Unterſchied machte, und daß er, Kette mag Kette ſeyn, wie ein Bruder mit zwei Schwe⸗ ſtern lebte. Und doch kannſt Du ihn ſo auf einmal von Dir ſtoßen, weil ein heraufgelaufener Seemann, von dem wir nichts wiſſen, und ein herumtreibender Hauſirer, von
dem wir ſehr wohl wiſſen, daß er ein Dieb, ein Betruͤger
und ein Lgner iſt, Klaͤtſchereten machen und etwas an⸗ briugen, das nicht zu ſeinen Gunſten iſt. Ich kann es nicht glauben, daß er geſagt habe, er koͤnne unter uns waͤhlen, und warte nur, wer Burgh⸗Weſtra und Bredneß⸗Voe be⸗ kommen wuͤrde. Ich glaube nicht, daß er je es geſagt,


