Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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erwiederte Brenda etwas verdrießlich:„Du aber, Miana, verdrehſt alles, was ich in Wahrheit und Liebe ſage, in Härte und Schlechtheit. Ich betrachte Norna als eine Frau von außerordentlichen Faͤhigkeiten, die ſich uͤberhaupt mit einem hohen Grade von Geiſtesverwirrung ſehr wohl ver⸗ eint denken laſſen, und glaube, daß ſie die Witterungsan⸗ zeichen beſſer kennt, als irgend eine Frau in Shetland; daß ſie aber irgend eine Gewalt uͤber die Elemente beſitze, daran glaube ich nicht mehr, als an die Ammenmaͤhrchen vom Koͤnig Erich, der den Wind aus der Ecke herkommen laſſen konnte, wohin er ſeine Muͤte drehte.“

Minna, welche der beharrliche Unglaube ihrer Schwe⸗ ſter etwas verdroß, erwiederte ſpitzig:„und doch iſt es dieſe Frau— dieſe halbverwirrte Frau und arge Betruͤgerinn, von welcher Du Dir in der Angelegenheit Rath ertheilen lieſſeſt, die Dir in dieſem Augenblick am meiſten am Her⸗ zen liegt.“

„Ich weiß nicht, was Du meinſt,“ ſagte Brenda hoch⸗ erroͤthend, indem ſie von ihrer Schweſter loszukommen ſuchte. Da ſie aber jetzt ſich ſchnuͤren laſſen mußte, ſo konnte Minna ſie an der ſeidenen Schnur, womit ſie das Mieder zuſchnuͤrte, feſthalten, und dieſe ſagte, indem ſie ihr ſanft auf den Nacken ſchlug— deſſen ploͤtzliche Bewegung und Uebergang zum hoͤchſten Scharlach eine eben ſo große Verwirrung bei der andeutete, die ſolche vorher zu erregen geſucht hatte— in milderem Tone:„iſt es nicht ſonder⸗ bar, Brenda, daß, ungeachtet wir von dem Fremden, Mor⸗ daunt Mertoun, ſo behandelt vorden ſind, und ſeine Drei⸗ ſtigkeit ihn wieder uneingeladen in ein Haus gefuͤhrt hat, wo ſeine Gegenwart ſo unangenehm iſt, Du ihm noch wohl willſt und ſeiner gedenkſt? Wahrhaftig, das koͤnnte ſchon