Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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52 vorfuͤhrten, welche eben ſo zuperlaͤßig, als unbegreiflich waͤren.“

„Du biſt ſelbſt zu gelehrt, Schweſter,“ erwiederte Brenda:„als daß Du des Beiſtandes des guten Pfarrers der Kreuz⸗Kirche beduͤrfteſt; aber ich meine, ſeine Lehre bezog ſich nur auf die Geheimniſſe unſerer Religion, wel⸗ che wir, unſerer Pflicht gemaͤß, ohne Gruͤbeln oder Zweifel annehmen müſſen— allein bei Sachen, die im gemeinen Leben vorkommen, koͤnnen wir, da Gott uns Vernunft ge⸗ geben hat, unmoͤglich Unrecht thun, wenn wir dieſe gebrau⸗ chen. Du aber, liebe Minna, haſt eine regere Einbildungs⸗ kraft als ich, und nimmſt alle dieſe wunderbaren Geſchichten als Wahrheit an; weil Du gern an Zauberer, Zwerge und Waſſergeiſter denkſt, und gern eine kleine Trau oder Fee, wie die Schotren ſie nennen, mit einem gruͤnen Kleide und einem Paar Fluͤgel von ſo glaͤnzenden Farben, als der Schimmer vom Halſe des Staares iſt, zu Deiner Bedie⸗ nung haben moͤchteſt.“

„Dieß wuͤrde Dir wenigſtens die Muͤhe erſparen, mein

Mieder zu ſchnaͤren,“ ſagte Minna:„und uͤberdieß es

falſch zu thun, denn Du haſt in der Hitze Deiner Rede 4 zwei Schnurlocher uͤberſprungen.“—

„Dem kann gleich abgeholfen werden,“ ſagte Brenda: „und dann will ich, wie einer Deiner Freunde ſagen würde, recht ordentlich anholen und belegen,— aber Du holſt o tief Athem, daß das ziemlich ſchwer werden wird.“

„Ich ſeufzre nur,“ ſagte Minna in einiger Verlegen⸗ heit:„daruber, daß Du ſo bald mit dem Ungluͤcke dieſer ungewoͤhnlichen Frau Delnen Spott treiben und Dich dar⸗ über luſtig machen kannſt.“

„Ich mache mich nicht daruͤber luſtig, das weiß Gott,“ 4