Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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cherin:ich ſchlleße meine Augen nicht; ſie haben gewacht als Bank und Klippe zwiſchen Burgh⸗Weſtra und Orkney erſchienen und verſchwanden, ſie haben den Mann von Hoy in das Meer ſinken und die Spitze von Hingeliff ſich dar⸗ aus erheben ſehen, und haben doch keinen Schlummer ge⸗ noſſen, auch muͤſſen ſie nicht ſchlummern, bevor nicht mein Werk vollbracht iſt. So ſetze Dich denn, Minna, und Du thoͤrichte Furchtſame, ſetze Dich; waͤhrend ich meine Lam⸗ pe putze, zieht Eure Kleider an, denn meine Maͤhr iſt lang, und ehe ſie beendet iſt, werdet Ihr vor mehr als Froſt erbeben.

So verſchiebe ſie, ums Himmelswillen, bis zum Ta⸗ gesanbruch, theure Norna, ſagte Brenda:die Däm⸗ merung kann nicht mehr fern ſeyn, und wenn Du uns etwas Furchtbares erzählen willſt, ſo thue es wenigſtens bei Tageslicht und nicht bei dem truͤben Schimmer jener blauen Lampe.

Geduld, Thoͤrin! ſagte die naͤchtliche Beſucherin: Norna darf bei Tageslicht nicht erzaͤhlen, was die Sonne am Himmel ausloͤſchen und die Hoffnungen der hundert Boote zerſtören koͤnnte, die noch vor Mittags dieſe Kuͤſte verlaſſen werden, um ihren Fiſchfang in hoher See zu be⸗ ginnen, ja, und die der hundert Familien, welche ihre Rückkehr erwarten. Der Daͤmon, welchen dieſe Toͤne ge⸗ wiß erwecken werden, muß ſeine dunklen Fittiche uͤber ein ſchiff⸗ und bootleeres Meer ausbreiten, wenn er ſich von ſeinem Berge empor ſchwingt, die Schreckenslaute einzu⸗ ſchluͤrfen, die er ſo gern vernimmt.

Habe Erbarmen mit Brenda's Angſt, gute Norna, ſazte die aͤltere Schweſter:und verſpare wenigſtens dieſe

W. Scott's Werke. CXII. 3