Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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dere Stunde.

Nein, Maͤdchen! erwiederte Norna, ernſt:ich muß er zaͤhlen, da die Lampe noch brennt. Meine Maͤhr iſt nicht fuͤr das Tageslicht; bei jener Lampe muß ich ſie erzaͤhlen, welche aus der Galgenkette des grauſamen Herrn von Wo eensvoe geſchmiedet iſt, der ſeinen Bruder ermor⸗ dete, und die genährt iſt mit dem, was weder von Fiſch noch Frucht kam! Seht, ſchon brennt ſie ſchwaͤcher, und ſchwaͤcher und meine Erzahlung darf nicht laͤnger dauern als ihre Flamme brennt. Setzt Euch, waͤhrend ich Euch hier gegenuͤber bin, und ſtellt die Lampe zwiſchen uns, denn in den Kreis ihres Lichts darf der Daͤmon nicht ein⸗ treten.

Die Schweſtern geherchten. Minna warf einen lang⸗ ſamen, ſcheuen, aber entſchloſſenen Blick rund um ſich her, als ob ſie das Woſen entdecken wolle, welches, nach Nor⸗ na's geheimnißvohen Worten, in ihrer Naͤhe ſchwebe, waͤh⸗

rend in Brenda's Furcht ſich Unwillen und Ungeduld miſch⸗

ten. Norna achtete beider nicht ſondern begann ihre Er⸗ zaͤhlung mit folgenden Worten:

Ihr wißt, meine Toͤchter, daß Euer Blut mit dem meinigen verwandt iſt, aber Ihr wißt nicht, in welchem Grade, denn es war eine alte Feindſchaft zwiſchen mei⸗ nem Großvater und dem, der das Ungluck hatte, mich ſei⸗ ne Tochter nennen zu muͤſſen. Ich will ihm bei ſeinem

Taufnamen Erlend nennen, denn den, welcher unſre

Verwandtſchaft begruͤndet, darf ich nicht ausſprechen. Eu⸗

er Großvater Olaf war Erlend's Bruder. Als die großen Udal⸗Guͤter des Vaters dieſer Beiden, Rolf

Troil's des reichſten und guͤterbegabteſten von Allen,

furchtbare Mittheilung auf einen andern Ort und eine an⸗