Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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ſal ihr gegebenen Auftrag auszurlchten habe: waͤhrend Brenda, die in ihr nur die halb bloͤdſinnige Frau ſah,

und die ſie uͤberdieß, nach ihren hochtoͤnenden Worten, fuͤr einen Gegenſtand der Scheu, wo nicht des Schreckens, hielt, ihre Schweſter zuruͤckzuhalten ſuchte, und ihr die aͤngſtliche Bitte ins Ohr fluͤſterte: doch um Huͤlfe zu ru⸗ fen. Allein Minna's Seele war durch die bevorſtehende Entſcheidung, der ſich ihr Schickſal zu naͤhern ſchien, in zu geſpannter Stimmung, als daß ſie den Eingebungen der Furcht ihrer Schweſter haͤtte Gehor geben ſollen; ſie warf daher, indem ſie ſich aus Brendas Armen loswand, ein leichtes Nachtgewand um, ſchritt mnthig durch das Zimmer, waͤhrend ihr Herz mehr vor Erwartung als vor Furcht klopfte, und redete nun die ſonderbare Beſucherinn an:Wenn Deine Sendung, Norna, uns angeht, wie Deine Worte zu beſagen ſcheinen, ſo ſiehſt Du wenigſtens Eine von uns vor Dir, welche ſie mit Ehrfurcht, aber oh⸗ ne Grauen, anzuhoͤren bereit iſt.

Norna, theure Norna, ertoͤnte die zitternde Stimme Brenda's, die, da ſie ſich im Bett nicht mehr ſi⸗

cher hielt, als Minna es verlaſſen hatte, ihr gefolgt war

wie Fluͤchtlinge ſich an den Nachtrab eines vorruͤ⸗ ckenden Heeres anſchließen, weil ſie es nicht wagen, zu⸗ ruͤckzubleiben und welche jetzt halb hinter ihrer Schwe⸗ ſter verborgen und ſie feſt am Saume ihres Kleides hal⸗ tend, daſtand.Norna, theure Norna, ſagte ſie:was Du uns auch zu ſagen haſt, verſchiebe es bis morgen. Ich

will Euphane Fea, die Haushaͤlterin, rufen und ſie wird

Dir ein Bett ſuͤr die Nacht geben. Ich brauche kein Bett, ſagte die naͤchtliche Beſu⸗ cherinn: