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Brenda's Geſicht war von verſchledener Art, aber nicht weniger truͤbe. Sie ſaß, wie ſie duͤnkte, in ihrer Lieb⸗ lingslaube, mit ihrem Vater und einer Geſellſchaft ſeiner liebſten Freunde, unter denen Mordaunt Mertoun nicht vergeſſen war. Sie wurde aufgefordert zu ſingen und wollte nun ein munteres Lied anſimmen, das ſie vorzuͤg⸗ lich gut ſang und welches ſie mit ſo einfacher und doch ſo natuͤrlicher Laune vortrug, daß die Zuhoͤrer gewoͤhnlich in lautes Gelaͤchter und Beifallsbezeugungen ausbrachen und Alle, ſie mochten ſingen koͤnnen oder nicht, ſich un⸗ willkuͤhrlich angetrieben fuͤhlten, ihre Stimmen mir in den Cyor zu miſchen. Bei dieſer Gelegenheit ſchien es indeß, als ob ihre eigene Stimme ihr gaͤnzlic den Dienſt ver⸗ ſage; waͤhrend es ihr ſo unmoͤglich wurde, die Worte des wohlbekannten Liedes hervorzubringen, war es ihr, als od daſſelbe, wider ihren Willen, in die tiefen Toͤne, und die wilde, traurige Weiſe Norna's von Firful Head uͤberginge und zu einem der wilden runiſchen Geſaͤnge wuͤrde, welche denen glichen, die von den alten heidniſchen Prieſtern ge⸗ ſun gen wurden, wenn das Opfer(nur zu oft ein menſch⸗ liches) an den furchtbaren Altar Odin's oder Thor's ge⸗ bunden wurde.
Endlich fuhren die beiden Schweſtern aus dem Schla⸗ fe empor, ſtießen einen lauten Schrey aus, und umſchlan⸗ gen einander. Ihre Einbildungskraft hatte ſie nicht ganz betrogen: die Toͤne, welche ihnen im Traume vorgeſchwebt hatten, erklangen wirklich, und zwar in ihrem Gemache ſelbſt. Sie erkannten die Stimme ſogleich, aber wenn ſie auch wußten, von wem ſie kam, ſo war ihr Erſtaunen und ihre Furcht doch nicht geringer, als ſie die wohlbekannte Norna von Fitſul⸗Head bei dem Kamine ſitzen ſahen, in


