Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

106

einer vert raulichen Zaͤrtlichkeit, die ihn noch zehumal haͤß⸗ licher in meinen Augen machte, als er ſchon war. Sie

fuͤhrte ihn indeß ein paar Schritte bei Seite; ſie beſpra⸗

chen ſich mit leiſer Stimme, wobei ſie etwas zu verlangen ſchien, was er nicht erfuͤllen konnte oder wollte. Niemals ſah ich einen ſo ſtarken Gegenſatz in dem Ausdruck zweier Geſichter. Ste wurde erſt ernſt, dann unwillig. Ihre Augen und Wangen wurden belebter, ihre Farbe erhoͤht,

ſie ballte die kleine Hand, ſtampfte auf den Boden, und

ſchien mit einer Miſchung von Verachtung und Unwillen auf die Entſchuldigungen zu hoͤren, die er in aller Unter⸗ wuͤrfigkeit vorbrachte, wie ich aus ſeinem hoͤflich nachgiebi⸗ gen Benehmen, ſeinem ruhigen, ehrerbietigen Laͤcheln, und

elnigen andern Zeichen abnehmen zu können glaubte. End⸗

lich wandte ſie ſich raſch von ihm mit einem:Ich will's ſo haben.

Es ſteht nicht in meiner Macht, das iſt unmoͤg⸗ lich. Solltet Ihr es glauben, Herr Osbaldiſtone? ſagte er, ſich an mich wendend.

Seyd Ihr toll? fiel ſie ein.

Koͤnnt Ihr es glauben? ſagte er, ohne auf ihren Wink zu achten.Miß Vernon deſteht darauf, nicht blos, daß mir Eure Unſchuld bekannt ſey,(wovon freilich niemand ſo ſehr uͤberzeugt ſeyn kann, als ich) ſondern auch,

daß ich die wahren Thaͤter der an dieſem Menſchen verub⸗

ten Gewaltthat kenne, wenn uͤberhaupt eine ſolche Gewalt⸗ that veruͤbt wurde. Iſt dieß vernuͤnftig, Herr Osbaldi⸗ ſtone?

Ich gebe keine Berufung auf Herrn Osbaldiſtone zu, Raſhleigh, ſogte die junge Dame;er keunt nicht die