97 eine hoͤchſt ungerechte Art, und wißt Euch noch beſſer zu verſtellen, als Raſhleigh ſelbſt, oder Ihr wißt nichts von dem, deſſen man Euch beſchuldigt, und dann wundere ich mich nicht, daß Ihr mich ſo ſeltſam anſtarrt, daß ich mich des Lachens faſt nicht enthalten kann.“.
„Auf Ehre, Miß Vernon,“ ſagte ich, ungeduldig uͤber ihre kindiſche Lachluſt;„ich habe nicht den entfernteſten Begriff davon, was Ihr meint. Es freut mich, daß ich Euch Stoff zum Lacen gebe, aber ich weiß nicht, weßhalb Ihr lacht.“.
„Nun, zum Scherzen iſt die Sache eben nichr,“ ſagte Diana ernſter;„man ſieht nur gar zu komiſch aus, wenn man ſo verbluͤfft iſt; aber die Sache iſt ernſthaft genug. Kennt Ihr einen gewiſſen Moraz oder Morris, oder wie er ſonſt heißt?“
„Ich kann mich im Augenblick durchaus nicht be⸗ ſinnen.“ 4
„Denkt ein wenig nach.— Seyd Ihr nicht kuͤrzlich mit jemand gereist, der ſo hieß?
„Der einzige Mann, mit dem ich eine Zeitlang reiste, war ein Menſch, deſſen Seele ganz in ſeinem Felleiſen zu liegen ſchien.“
„Ja, wle bei dem Licentiaten Pedro Garzias, deſſen Seele in ſeiner ledernen Boͤrſe unter den Dukaten lag. Der Mann iſt beraubt worden, und hat eine Klage gegen Euch eingelegt, daß Ihr an der gegen ihn veruͤbten Ge⸗ waltthaͤtigkeit Antheil haͤttet.“
„Ihr ſcherzt, Miß Vernon!“
„Gewiß nicht, die Sache iſt ganz zuverlaͤßig.“
„Und glaubt Ihr,“ ſagte ich in heftigem Unwillen,
W. Sceott's Werke. C. 7


