Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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lichen Gemuͤthe einen wahren Abſcheu gegen die Nordbrit⸗ ten ein, als ein Volk, das blutduͤrſtig im Kriege, verraͤthe⸗ riſch waͤhrend der Waffenruhe, intereſſirt, ſelbſtſuͤctig, hab⸗ ſuͤchtig und betruͤgeri ch im friedlichen Verkehr ſei, und wo⸗ nig gute Eigenſchaften habe, wenn man nicht Wildheit, die dem Muthe glich, im Kriege, und eine Art Verſchwizt⸗ heit, die fuͤr Weisheit gilt, in den gewoͤhnlichen Lebens⸗ verhaͤltniſſen dafuͤr rechnen wolle. Zur Rechtfertigung oder Entſchuldigung derer, dle ſolche Vorurtheile unterhielten, muß ich bemerken, daß die Schotten der damaligen Zei nicht minder ungerecht gegen die Englaͤnder waren, die ſie durchgaͤngig mit dem Namen geldſtolzer, anmaßender Schwel⸗ ger brandmarkten Solche Keime von Nationalhaß btieben zwiſchen beiden Laͤndern, und waren die natuͤrlichen Folgen ihres Beſtehens als getrennte, eiferfuͤchtige Staaten. Dehhalb betrachtere ich den erſten Schotten, mit wel⸗ chem ich in Geſellſchaft zuſammentraf, mit Abneigung. Auch hatte er manches an ſich, das mit meinen vorgefaßten Meinungen zuſammentraf. Er hatte die harten Zuͤge und ie athletiſche Geſtalt, die ſeinen Landsleuten eigen ſeyn ſollen, ſo wie die nationelle Betonung und die langſame pedantiſche Art des Ausdrucks, die aus dem Verlangen hervorgeht, Eigenthuͤmlichkeiten des Dialekts zu vermei⸗ den. Auch konnte ich die Vorſicht und Schlauheit ſeiner Landsleute in manchen ſeiner Bemerkungen und Antworten erkennen. Was ich aber nicht erwartete, war eine Art von ungezwungener Selbſtbeherrſchung und eine gewiſſe Ueber⸗ legenheit, die er über eine Geſellſchaft geltend zu machen ſchien, in die ihn der Zufall gefuͤhrt hatte. Seine Kleidung war ſo grob, als ſie ſeyn konnte, um noch anſtaͤndig zu ſeyn, und zu einer Zeit, wo ſelbſt die Geringſten von de⸗