Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

50

Geſchlecht erwaͤhnte, von dem er abſtammte, und die Schwaͤ⸗ che, welche man gewoͤhnlich Familienſtolz nennt, fuͤr die veraͤchtlichſte Art von Eitelkeit hielt. Sein Stolz beſtand allein darin, als William Osbaldiſtone, und als der erſte oder wenkgſtens einer der erſten Wechsler ausgezeichnet zu ſeyn, und wenn man ihm bewieſen haͤtte, daß er in ge⸗ rader Linie von Wilhelm dem Eroberer abſtamme, ſo wuͤrde dieß ſeiner, Eitelkeit weit weniger geſchmeichelt haben, alz der geſchaͤftige Eifer der Wechsler, Maͤckler und Bankerot⸗ tirer bei ſeiner Ankunft an der Stockboͤrſe. Ohne Zwei⸗

fel wuͤnſchte er, ich moͤchte in vollſtaͤndiger Unwiſſenheit hinſichtlich meiner Verwandten und meiner Abkunft blei⸗ ben, damit deſto ſicherer ſeine und meine Gefuͤhle in die⸗

fer Hinſicht uͤbereinſtlnmten. Seine Abſichten aber wur⸗ den, wie es manxmal den kluͤgſten Leuten zu geſchehen pflegt, zum Theil wenigſteus durch ein Weſen vereitelt, von dem ſein Stolz nie geglaubt hatte, daß es in irgend einer Beziehung darauf Einfluß haben wuͤrde. Seine Am⸗ me, eine alte northumbriſche Frau, war die einzige Perſon aus ſeinem Geburtslande, fuͤr welche er einige Achtung hatte, und als ihm das Gluͤck laͤchelte, war faſt der erſte Gedrauch, den er von ſeinen Gunſtbezeugungen machte,

daß er der alten Mabel Rickets eine Wohnung in ſeinen

Hauſe anwies. Nach dem Tode meiner Mutter fiel der alten Mabel das Geſchaͤft zu, meine kraͤnkliche Kindheit zu pflegen, und mir alle die zaͤrtliche Sorgfalt zu widmen, welche das Kind von weiblicher Zuneigung erwartet. Da ihr von ihrem Herrn unterſagt, mit ihm uͤber die Halden,

Waldeplaͤze und Thaͤler ihres geliebten Northumberlands zu reden, ſo ergoß ſie ſich gegen mich in Beſchreibunge der Scenen aus ihrer Jugend und in lange Erzaͤhlungen