Teil eines Werkes 
100. Band, Robin der Rothe : 1. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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49— 2 ſichert worden, daß man in Schottland nie etwas von Stra⸗ Henraub hoͤrte.“. 3

„Weil ſie nichts zu verlieren haben,“ ſagte mein Wirth mit lautem Lachen uber ſeinen eigenen Wiz.

„Nein, nein, Herr Wirth,“ antworrete eine ſtarke, tiefe Stimme hinter ihm„ſondern weil Eure engliſchen Zoͤllner und Aufſeher, die Ihr uns uͤber die Tweed geſchickt habt, das Diebshandwerk den Leuten im Lande abgenom⸗ men haben.“

„Gut geſagt, Herr Campbell,“ antwortete der Wirth; nich dachte nicht, daß Du uns ſo nahe ſeieſt. Nun, Du keunſt mich, ich muß alles gerade herausſagen.— Wie iſt der Markt im Suden?“

„Wie gewoͤhnlich,“ erwiederte Herr Campbell;„die klugen Leute kaufen und verkaufen, und die Narren wer⸗ den gekauft und verkauft.“.

„Aber kluge und naͤrriſche Leute laſſen ſich ihre Mahl⸗ zeit ſchmecken,“ antwortete unſer luſtiger Wirth;„und hie kommt ein Stuͤck Rindfleiſch, ſo gut als je elnes einem Hungrigen unter die Gabel kam.“

Mit dieſen Worten wezte er ruͤſtig ſein Meſſer, nahm ſeinen Herrſcherſitz am obern Ende der Tafel ein, und be⸗ lud die Teller ſeiner Gaͤſte mit koͤttllichen Speiſen.

Hier hoͤrte ich zum erſtenmal den ſchottiſchen Accent, oder vielmehr war es das erſtemal, daß ich mit einem Schotten in naͤhere Beruͤhrung kam. Von fruͤher Kindhelt an hatte Schottland meine Einbildungskraft beſchaͤftigt und angezogen. Mein Varer war, wie Du weißr, aus elner alten Northumorlſchen Familie, von deren Srammſtz ich ntchht mehr weit entfernt war. Der Streit zwiſchen ihm und ſeinen Verwandtenswar der Art, daß er kaum je das

. Seott's Werte. C. 4