120 und zwei Rotten Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten bewachten ihn..
Ich hatte dieſen Mann nie vorher in feiner National⸗ tracht geſehen, welche die Eigenheiten ſeiner Geſtalt noch auffallender machte. Ein buſchiates rothes Haar, das der
„Hut und die Peruͤcke der niederſchottiſchen Kleidung gro⸗
ßentheils verbarg, wallte unter der hochlaͤndiſchen Muͤze vor, und rechtfertigte ſeinen Beinamen„der Rothe,“ un⸗ ter dem er in Niederſchottland am bekannteſten war. Die⸗ ſer Name wurde auch noch durch die Farbe desjenigen Theils ſeiner Beine gerechtfertigt, welche die hochlaͤndiſche Landestracht nackt laͤßt, und der beſonders um die Knie mit einem rothhaarigen Felle bedeckt war, ſo daß geie Beine theils hiedurch, theils durch ihre nervige Derbheit den Schenkeln eines rothen hochlaͤndiſchen Stiers glichen. Bei ſeinem veraͤnderten Anzuge und meiner neuerlich er⸗ langten Kenntniß ſeiner furchtbaren Sinnesart hatte er in meinen Augen ein weit wilderes und auffallenderes An⸗ ſehen, ſo daß ich ihn kaum wieder als denſelben erkannte.
Sein Benehmen war keck, ungezwungen, ſo weit ihn nicht ſeine Bande hinderten, und ſelbſt wuͤrdig. Er ver⸗ beugte ſich gegen den Herzog, nickte Garſchattachin und ei⸗ nigen andern zu, und zeigte ſich etwas erſtaunt, mich auch in dieſer Geſellſchaft zu ſehen.
„Es iſt lange, ſeit wir uns nicht geſehen haben, Herr Campbell,“ ſagte der Herzog.
„Allerdings, Mylord; und ich wuͤnſchte,(hier blickte ter auf ſeine Bande) es waͤre zu einer Zeit geſchehen, wo


